Vorliegende Zahlen sprechen zumeist eine eindeutige Sprache und könnten die Basis für Analyse und rasches, entsprechendes Handeln bilden: Wenn klar ist, in welchen Geschäftsfeldern Ertrag erwirtschaftet wird, lässt sich entscheiden, in welchen Bereichen Steigerungs- bzw. Entwicklungspotenzial steckt oder dafür Änderungen vorgenommen werden müssen.
Als ein Beispiel sei der Handel mit Fahrzeugen genannt: Auch 2025 erwarten namhafte Branchenvertreter keine exorbitanten Steigerungen im Neuwagenverkauf: Das Vor-Covid-Niveau werde auch 2025 unerreichbar bleiben und pro Jahr könnten bis zu 80.000 Einheiten fehlen. Ganz anders sieht es bei den Gebrauchten aus: Mit 820.629 Pkw-Gebrauchtzulassungen betrug der Zuwachs 2024 im Vergleich zum Vorjahr laut Statistik Austria 8,3 Prozent bzw. 62.648 Einheiten.
Glaubt man den Aussagen namhafter (Marken-)Händler, könnte sich dieses Geschäftsfeld zu einem noch wichtigeren Standbein im Kfz-Betrieb entwickeln. „Mit Gebrauchten können wir – völlig uneingeschränkt – noch wirklich Geld verdienen. Zusatz-Dienstleistungen wie etwa Garantieversicherungen stellen eine Win-Win-Situation für Händler und Kunden dar“, bringt es ein Unternehmer auf den Punkt. Er geht davon aus, dass der Handel mit Gebrauchtfahrzeugen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten zulegen und als solides Standbein im Autohaus satte Erträge bringen wird.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind hierzulande derzeit denkbar ungünstig, denn auch die Automobilhersteller stehen unter gewaltigem Druck: Auch wenn einige Marken zuletzt ihre Modellprogramme in Richtung „Verlustvermeidung“ korrigiert haben, stellen die EU-Flottenziele für sie eine riesige Herausforderung dar. Diesen Druck bekommen auch Händler und Agenten immer stärker zu spüren: Denn um die Flottenziele zu erreichen, müsste der Marktanteil reiner Elektrofahrzeuge rund 25 Prozent am Gesamtverkauf erreichen. Wie es angesichts lustloser Nachfrage seitens des Publikums und aktuell leerer Fördertöpfe gelingen kann, elektrifizierte Fahrzeuge heuer in so großer Zahl an die Kundschaft zu bringen, steht in den Sternen.
Umso wichtiger scheint es, mögliche Szenarien zu analysieren und – wenn notwendig – leidenschaftslos, ohne Zaudern und Zögern, zu reagieren und entsprechende Anpassungen vorzunehmen. Denn: Wer zu spät handelt, den bestraft das Leben!
Der A&W-Verlag bildet ein breites Meinungsspektrum ab. Kommentare müssen nicht der Meinung des Verlages entsprechen.
