Vor wenigen Tagen hat mich einer meiner besten Freunde um Rat gefragt: "Soll ich mir jetzt ein neues (E-)Auto kaufen? Soll ich noch warten? Weißt du schon irgendwas fixes, ob jetzt neue Steuern auf E-Autos kommen?" – Fragen, die nicht nur meinen Freund umtreiben, sondern die aktuell viele Autohändler zu hören bekommen. Und die Antwort wird aktuell immer die gleiche sein: "Ich weiß es nicht."

Diese Unwissenheit lähmt die gesamte Branche. Denn die Verunsicherung beim Kunden, wie es denn nun in Sachen Steuern und Förderungen (vor allem beim E-Auto) weitergeht, ist groß. Viele Kauf-Interessierte, wie mein besagter Freund, sind nun zögerlich.

Ungewissheit ist das Damoklesschwert, welches über der heimischen Autobranche hängt. Aus den Verhandlungen der FPÖ und ÖVP hörte man im Jänner, dass eine motorbezogene Versicherungssteuer für E-Fahrzeuge fällig werden dürfte. Wie genau diese berechnet wird und wie das die Preise verändern wird, blieben Blau und Türkis schuldig. Nun ist statt der FPÖ die SPÖ am Zug mit der ÖVP über eine neue Regierung zu verhandeln. Schon wieder. 

Und wie mehrere Medien berichten, sind sich Schwarz/Rot zumindest bei einigen Eckpunkten einig. Die motorbezogene Versicherungssteuer wird wohl kommen. Wie man aus Verhandlerkreisen hört, haben sich ÖVP und SPÖ dazu bekannt, den an die EU gesendeten Budgetpfad einzuhalten. Sparvolumen: 6,4 Mrd Euro. Der Fördertopf für E-Fahrzeuge in Österreich ist seit kurzem ausgeschöpft. Und glaubt man den ersten Berichten, wird dieser wohl auch nicht wieder neu aufgesetzt. So wird berichtet, dass Förderungen im Klimabereich gekürzt werden sollen. Da die E-Auto-Förderung in selbigen Topf fällt, könnte es auch diesen betreffen. Klar ist das aber noch nicht.

Einige Importeure nehmen die Förderung unterdessen auf die eigene Kappe und bieten den Kunden dennoch E-Autos zu einem etwas günstigeren Preis an. Eine Rückkehr der Förderung wäre jedenfalls schlau, wie eine Studie des WIFO zeigt. Denn die Förderung von E-Fahrzeugen war laut der WIFO-Studie eine der treffsichersten Maßnahmen, um den heimischen CO2-Fußabdruck zu minimieren. Das sollte den Verhandlern in Türkis und Rot zumindest einen Wink geben, dass man über eine Neuauflage nachdenken sollte.

Die Frage ist wohl auch: "Kommt da noch mehr?" - Stichwort Sachbezug. Stichwort NoVA. – dazu gibt es bisher keine Infos. Da es nun aber Schlag auf Schlag geht, könnten diese Infos zumindest in den kommenden Tagen vorliegen. Das Rätselraten, wie es denn rund um das Thema "Auto" weitergeht, sollte also wohl bald ein Ende haben – es wäre im Sinne der Autobranche auch dringend notwendig.

Meinem Kumpel habe ich übrigens zu einem Mild-Hybrid-SUV geraten, weil der für seine Bedürfnisse und vor allem in sein Budget besser passt, als ein vergleichbares E-Auto ;-)

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