Zugegeben, die Magie entfaltet sich auf dem weitläufigen Frankfurter Gelände nicht zuletzt durch Reminiszenzen an vergangene IAA-Termine. Die Riesenhalle, fällt einem wieder ein, das war damals alles von BMW belegt, die da drüben von Mercedes, und dort hatte sich Audi mehrstöckig entfaltet. 

Gigantomanie, welche dann letztlich wohl auch abschreckend wirkte und heute der Vergangenheit angehört. Gerade die Nachrichten der letzten Tage lassen Befürchtungen aufkommen, dass die Gürtel in der Autobranche künftig enger geschnallt werden müssen, die fetten Jahre sind vorbei, oder so ähnlich.

Am Aftermarket hingegen hat man immer schon – auch bei den ganz Großen – ein Äuzerl geerdeter agiert, weniger Hochglanz, mehr Hemdsärmel. (Das gilt übrigens auch für die Pressebetreuung, wie immer man das finden mag.) 

Auf der Automechanika werden von der ersten Minute weg Termine absolviert, Pressekonferenzen beginnen um 8.30 Uhr. Unter den Show-Cars gerade einmal ein Lamborghini. Die Ärmel sind aufgekrempelt, obschon die Werkstättenbesucher erst zum Wochenende hin erwartet werden. Die Stimmung ist aufgeräumt, trotz der erwähnten düsteren Nachrichten der letzten Wochen. 

“Geht's den Fahrzeugherstellern schlecht, geht's dem Aftermarket gut”, der Satz fällt in mehr als einem meiner Gespräche. Und die Messe bestätigt auch: Die Branche ist vorbereitet auf die nahe Zukunft: Elektromobilität wird in der freien Werkstatt erwartet, die Lösungen dafür stehen bereit. Künstliche Intelligenz – kaum ein großer Aussteller, der nicht mit entsprechenden Anwendungen wirbt. Und der Nachhaltigkeit widmet sich unter anderem ein großer Remanufacturing-Schwerpunkt.

Auch wenn sich die Veranstalter mit einem Fazit noch Zeit lassen: Die Automechanika 2024 fühlt sich mit viel internationalem Besuch, geschäftigen Hallen und zufriedenen Gesichtern bei den Ausstellern schon am zweiten Tag wie ein Erfolg an.