Prozess – betriebswirtschaftlich

Per Definition ist ein betriebswirtschaftlicher Prozess eine strukturierte Abfolge von Aktivitäten, die Input-Faktoren (Material, Information etc.) in wertschöpfenden Output für Kunden umwandelt. Unterschieden werden hier

Kernprozesse: Wertschöpfende Prozesse wie beispielsweise Beschaffung, Produktion oder Vertrieb.

Unterstützungsprozesse: Administrative Prozesse wie zum Beispiel Personalwesen, IT oder Buchhaltung.

Managementprozesse: Prozesse zur Steuerung des Unternehmens wie beispielsweise die strategische Planung.

Prozess – juristisch

Im juristischen Sinne versteht man unter einem Prozess ein streitiges Verfahren vor einem Gericht, das durch eine Klage bzw. im Strafprozess durch eine Anklage eingeleitet wird. Ein Prozess dient der verbindlichen Klärung von Rechtsstreitigkeiten oder der Feststellung von Schuld durch ein Urteil oder einen Beschluss. Unterschieden wird zwischen

Zivilprozess: Streitigkeiten zwischen Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen.

Strafprozess: Ist die staatliche Verfolgung einer Straftat. Wird durch eine Anklage (meist durch die Staatsanwaltschaft) eingeleitet.

Verwaltungsprozess: Streitigkeiten zwischen Bürgern und Behörden.

Arbeits- und Sozialprozess: Verfahren bei arbeitsrechtlichen oder sozialversicherungsrechtlichen Belangen.

Prozess – literarisch

Nicht nur der A&W Verlag ist in Klosterneuburg beheimatet, auch einer der wichtigsten Vertreter der deutschsprachigen Literatur, Franz Kafka, hat einen Bezug zur Stadt. Er ist nämlich im Juni 1924 mit 40 Jahren im ehemaligen Sanatorium Hoffmann im Ortsteil Kierling verstorben. Und wenn man sich dem Thema Prozess literarisch annähern will, dann kommt einem automatisch „Der Proceß“ von Franz Kafka in den Sinn.

In seinem Werk schildert Kafka den einjährigen „Leidensweg“ des Bankangestellten Josef K., der grundlos verhaftet wird und in weiterer Folge unter einer undurchsichtigen Anklage steht. In dem folgenden, knapp einjährigen Prozess sieht er sich immer wieder mit undurchsichtigen, bürokratischen Hürden konfrontiert, die verhindern, dass er seine Unschuld beweisen kann. Vielmehr bleibt bis zum Schluss unklar, worin sich die Anklage konkret begründet bzw. worin die ihm angelastete Schuld liegt. Das Werk schließt mit der Hinrichtung von Josef K. einen Tag vor dessen 31. Geburtstag.

Prozess – produktionstechnisch

Ein produktionstechnischer Prozess definiert sich als geordnete Abfolge von Aktivitäten zur Herstellung von Gütern. Er wandelt Inputs (Rohstoffe, Energie, Daten etc.) unter Zuhilfenahme von Maschinen, Werkzeugen und Arbeitskräften zu einem definierten Output um. Ziel dabei ist die maximale Effizienz bei minimalem Ressourcen- und Kostenaufwand.

In der Industrie, also beispielsweise in der Fertigung von Fahrzeugen, durchläuft der Prozess im Wesentlichen die vier Hauptphasen

Materialvorbereitung

Verarbeitung/Fertigung

Qualitätskontrolle

Fertigstellung

Prozess – psychologisch

Psychologische (oder mentale) Prozesse werden als grundlegende, oft ineinandergreifende Abläufe in Gehirn und Körper definiert, die das Erleben und Verhalten steuern. Die Psychologie unterteilt diese in die Hauptkategorien:

Kognitive Prozesse – Aufnahme, Verarbeitung und Speicherung von Informationen.

Emotionale Prozesse – Gefühle und Stimmungen.

Motivationsprozesse – innere Antriebe, die Verhalten steuern, auf ein Ziel ausrichten und diesem Energie verleihen.

Soziale Prozesse – Vorgänge, die das Verhalten im Zusammenspiel mit anderen Menschen und in Gruppen prägen.

Unbewusste Prozesse – automatische oder verdrängte psychische Abläufe, die stattfinden, ohne dass bewusste Aufmerksamkeit darauf gerichtet wird.

Prozess – sportlich

Prozesse im Sport beschreiben eine Vielzahl an dynamischen Abläufen, die von Bewegungsausführungen über mentale Einstellungen bis hin zu Trainingsanpassungen und Management-­Prozessen reichen. Im Jahr der Fußball-WM mit der Qualifikation der österreichischen Nationalmannschaft wird an dieser Stelle gerne zu taktischen ­Prozessen im Fußball Bezug genommen.

Die Taktik während eines Spiels unterteilt sich in die Phasen:

Eigener Ballbesitz (Offensive)

Umschalten nach Ballverlust (Gegenpressing)

Gegnerischer Ballbesitz (Defensive) und

Umschalten nach Ballgewinn (Konter)

Die Taktik selbst unterteilt sich auf die drei Ebenen:

Individualtaktik: Entscheidungen und Laufwege einzelner Spieler.

Gruppentaktik: Zusammenspiel von zwei bis vier Spielern.

Mannschaftstaktik: Kollektives Verhalten und Grundordnung (z. B. 4-4-2, 4-2-3-1, …) aller Spieler auf dem Feld.