Zugegeben, die Klimabilanz eines Krieges auszurechnen, könnte einem von vornherein als zynisch ausgelegt werden. Aber dennoch haben Forscher schon 2024 genau das getan, und zwar für den Ukraine-Krieg.
Mehr dazu bei tagesschau: Klimafolgen des Krieges in der Ukraine
Kurzfassung: Der Ukraine-Krieg sorge für gravierende Klimaschäden, nicht nur wegen der Treibstoffe für Kriegsgerät, sondern auch wegen Folgeschäden bis hin zum Wiederaufbau. Gesamt errechneten die Studienautoren, dass der Ukraine-Krieg einen zusätzlichen Ausstoß von CO2-Äquivalenten ähnlich dem der Niederlande verursacht.
Net nix also. Aber auch nicht so ein Riesenland, die Niederlande. Ob man deshalb gleich die Sinnhaftigkeit sämtlicher Klimaschutzbemühungen der letzten Jahre anzweifeln sollte? Hm.
Zurück zum Verbrenner?
Im übrigen braucht’s für derlei Skepsis keinen Krieg. Beim Lithium- bzw. Benzingespräch dieser Tage höre ich, dass das nix werden kann mit der E-Mobilität, weil ohne lukrativen Förder-Gerschtl zahle sich der Ladestopp alle 300 Kilometer beim Business-Trip echt nicht aus. Ladestationen funktionieren nicht, dazu die Preis-Intransparenz, ohne PV am Dach zahle man praktisch immer drauf. Also weg mit dem E-Wagen, her mit dem möglichst milden Hybrid!
Stimmt eh alles so zur Hälfte, denke ich mir, als ich dann von einer zweitägigen 800-Kilometer-Dienstreise per E-Auto zurück bin. Einmal schnellladen (tatsächlich bis heute keine Ahnung, was die kWh gekostet hat), einmal während des Pressetermins vor der Rückfahrt ein paar kW opportun „auffüllen“ (für 39 Cent/kWh laut App), soweit so gut.
Das Dilemma beginnt dabei, dass wir eben alle exzellente Zweifler sind. Gleichzeitig fasziniert die meisten das Neue dann doch. Allerdings erfordert jede Lageveränderung eine Überwindung von Trägheit. Aber was, wenn die Zukunft doch ein Haucherl rosiger sein könnte…
Und fertig ist das Wigl-Wogl aus Rückschritt und Fortschritt. Dass dieses Hin und Her eine Stange Geld kostet, sollte uns nicht überraschen. Zur Bestätigung reicht ein Blick in die dieser Tage und Wochen veröffentlichten Unternehmensbilanzen.
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