Geht es nach Danijel Dzihic, Managing Director des BYD-Importeurs CCI Car Austria, ist Migration in der österreichischen Kfz-Branche nicht als Sonderthema zu betrachten, sondern gelebte Realität. Aus seiner Sicht zählt in Unternehmen und Konzernen nicht, woher jemand kommt, welchen Background oder welche Religion jemand hat, sondern Kompetenz, Einstellung, Wille und die Art, wie jemand an Aufgaben herangeht. „Ich weiß, dass das abgedroschen klingt. Aber bei internationalen Konzernen wie zum Beispiel BYD ist das gelebte Praxis. Da ist es völlig egal, woher du kommst, was zählt ist, was du leistest“, so der Importeurschef.
Dzihic ist selbst 1979 in Bosnien geboren, im Burgenland aufgewachsen und war fast ein Jahrzehnt bei Ford Österreich und ist nun eben für die Denzel-Tochter CCI tätig. „Ich bin dankbar für die Möglichkeiten, die ich bei Ford und bei Denzel bekommen habe. Diese Chancen braucht es auch heute noch für junge Menschen, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund.“
Branche würde nicht funktionieren
Und auch in der Kfz-Branche, ähnlich wie in vielen anderen Branchen in Österreich, ist die Realität eben jene, dass sie ohne Migration nicht mehr oder nur kaum funktionieren würde. Vom Mechaniker über den Verkauf bis hin zu Führungspositionen sind Menschen mit unterschiedlichen Biografien längst ein selbstverständlicher Teil der Branche. „Wenn du heute sagst, wir haben keinen Platz mehr für Menschen mit Migrationshintergrund, dann kannst du Österreich schließen, weil dann klappt nichts mehr“, so Dzihic. Kritisch sieht er hingegen die öffentliche Debatte. Diese wird durch viel Populismus in die falsche Richtung gedrängt und teilweise auch bewusst aufgebauscht. „Viele Menschen lassen sich durch solche Dinge beeinflussen und lenken, und das verstärkt natürlich die gesellschaftlichen Gräben“, so Dzihic, der allerdings aus der Praxis eine ganz andere Wahrnehmung hat: „Dort zeigt sich, dass Herkunft im Arbeitsalltag oft keine Rolle spielt – entscheidend ist, ob jemand seinen Job gut macht.“
Gesetze sind für alle da
Gleichzeitig betont Dzihic, dass Integration auch bedeutet, sich an die Regeln und Erwartungen des Landes zu halten, in dem man lebt. Das sei für ihn jedoch eine Selbstverständlichkeit: „Wenn jemand in Österreich leben will, hat er sich an die Regeln zu halten. Aber genau dieses Thema wird zu stark herausgegriffen und polarisiert. Man kann ja nicht davon ausgehen, dass jeder Mensch mit Migrationshintergrund sich automatisch nicht an Gesetze halten würde. Manche denken aber, dass es so ist.“
