Der Gebrauchtwagen hat die unterschiedlichsten Wertigkeiten in den Autohäusern: Für viele ist es noch immer das notwendige Übel, manche sehen darin die Königsklasse für den Verkäufer, zunehmend wird der Ertrag für den Kfz-Betrieb wichtiger und die echten Profis erkennen durch ein erfolgreiches GW-Geschäft die hohe Chance auf Kundenbindung und Zusatzfrequenz in der Werkstätte. In Zeiten rückläufiger Neuwagenzulassungen und -margen kommen die positiven Seiten in vielen Autohäusern in den Fokus, die mangelnden Prozesse in der Umsetzung bleiben aber häufig bestehen.
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So berichten Experten von einem zu langsamen Ablauf mit Gebrauchtwagen, die neu hereinkommen, egal durch aktiven Zukauf oder durch Inzahlungnahme. Statt innerhalb weniger Tage dauert es oft Wochen, bis die zugekauften Fahrzeuge zur Vermarktung in den Börsen online gehen.
Zinsen und Wertverlust
Mit Zinsen, Wertverlust und Preisverfall kostet jeder verlorener Tag bekanntlich Geld, der Prozess sollte einfach, reibungslos und effizient sein. In der Realität ist das Gegenteil der Fall: Das Fahrzeug kommt herein und die Arbeitsschritte dauern viel zu lange, vor allem, weil es keine geregelten Prozesse und keine klaren Verantwortlichkeiten gibt. Oft hat der GW-Bereich keine Priorität in der Geschäftsleitung, Verantwortlichkeiten werden weiter delegiert und nicht kontrolliert. „Wir erleben es bei großen Autohäusern, vor allem bei jenen mit mehreren Standorten, immer wieder, dass Fahrzeuge buchstäblich vergessen werden“, so ein Insider.
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In den meisten Fällen ist der Zeitpunkt, wenn das Fahrzeug hereinkommt, klar, Abläufe könnten genau geplant werden: Daten in die Börsen, vorerst mit Vorlauf-Foto, Aufbereitung, notwendige Reparaturen, aktuelle Fotos in die Börsen. Ausschlaggebend ist die Entscheidung, was wann gemacht werden soll: Aufbereitung und Fotos sind sofort notwendig, Reparaturen wie Bremsen oder Öl-Service könnten auch nachträglich bei der Auslieferung gemacht werden. Betreffend Blech-Reparaturen und Lackierungen sollte die Entscheidung von Modell, Alter und km-Stand abhängen. Dabei ist gerade bei der in den vergangenen Jahren hohen Werkstatt-Auslastung eine klar definierte Priorisierung entscheidend. Hat die GW-Abteilung lange Wartezeiten auf einen Werkstatt-Termin, verschlimmert sich das Durchlaufproblem.
Laufende Preiskontrolle
Ist das Fahrzeug inseriert, sind eine regelmäßige Preiskontrolle und entsprechende Anpassung empfehlenswert, denn der tatsächliche Marktwert unterliegt oft einer hohen Dynamik, vor allem wenn Aktionen oder ein Schwung Kurzzulassungen den Preisabstand vom Neuwagen zum Gebrauchtwagen spürbar verringern.
Insgesamt bietet der Gebrauchtwagen mehr denn je großes Potenzial. Um dabei erfolgreich zu sein, müssen die Prozesse und die Verantwortlichkeiten klar definiert sein. •
