Fastenzeit ist auch eine Zeit der Besinnung, vielleicht der Rückbesinnung – auch das passt hervorragend in jene Phase des Revisionismus, die wir auf so vielen Ebenen unserer Gesellschaften gerade durchlaufen. Viele wollen lieber im Rückwärtsgang zu „alten Werten“ als „mutig in die neuen Zeiten“, und auch diese dürfen wählen und werden gehört.
Also werden bei den progressiven Projekten – nicht zuletzt jenen, welche der Klimakrise entgegenwirken wollen – in den nächsten Monaten und Jahren wohl ein paar weitere Bremskeile eingeschlagen. Sei’s drum, die Sache ist sicherlich zu weit gediehen, um sich noch aufhalten zu lassen. Fünfzehn Jahre nach der Französischen Revolution hatte das Land wieder einen Kaiser, dennoch haben sich die demokratischen Werte „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ letztlich durchgesetzt.
Nicht nur die Historie macht Mut, sondern auch manche Nachrichten: Eine aktuelle ifeu-Studie etwa, welche jenen „CO2-Rucksack“ neu berechnet hat, den sich E-Auto-Befürworter und -Gegner gerne um die Ohren hauen. Siehe da, heutzutage muss ein E-Auto gar nicht mehr zweimal von der Erde zum Mond fahren, um den produktionsbedingten Nachteil von Treibhausgasemissionen aufzuholen. Andernorts kommt gar der „heilige Gral der Akkutechnologie“ ins Spiel, wenn bei Mercedes-Benz die sagenumwobene Feststoffbatterie nun erstmals in einem Testwagen ihre Meriten unter Beweis stellt.
Und auch in Sachen Ladeinfrastruktur tut sich viel, um beispielsweise die noch vorhandenen störenden Kinderkrankheiten auszumerzen. Da darf ich Ihnen schonmal den Mund wassrig machen für den nächsten Newsletter am Donnerstag, good news coming up.
Im Zusammenspiel mit Energiewende und neuen Akkutechnologien spielt der batterieelektrische Antrieb mehr und mehr seine Vorteile aus und wird – so bin ich überzeugt – letztlich auch jene Skeptiker überzeugen, welche das Neue misstrauisch beäugen, vielleicht sogar aus tiefster Seele ablehnen. Lassen Sie sich nicht täuschen: Die Zahl jener, die sich des Ernsts der Lage in Sachen Klimakrise bewusst sind, wird trotz gewisser Dekrete in die Gegenrichtung sicher nicht kleiner.
Es ginge natürlich alles schneller, wenn der Fortschritt linear wie die EV-Neuzulassungen in Norwegen im Schweinsgalopp gen Himmel schössen. Stattdessen schüttelt das „einmal hü, einmal hott“ der Politik das Kundenvertrauen in die Zukunftstechnologie ordentlich durch. Aber ich denke: Auch das ist ein kleiner Preis für Demokratie, wo es sie noch gibt.
*Tuet Buße!
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