Die Künstliche Intelligenz ist in aller Munde, und auch bei Konferenzen dieser Tage ein gern genommenes Thema. Nicht nur, weil es um die Zukunft geht, um Hi-Tech, um Digitalisierung. Sondern auch, weil der digitale Flaschengeist durchaus das Zeug hat, uns das Gruseln zu lehren.

Ja, ich behaupte, wenn man wüsste, wie sie aussieht, wäre die KI sicherlich heute schon ein beliebtes Halloween-Kostüm.

Zu den gruseligen KI-Anwendungen, derer ich in den vergangenen Monaten bei Kongressen und Vorträgen teilhaftig werden durfte, zählte AIR.ai - ein Bot, der in perfektem Englisch bei Kunden anruft und diesen beispielsweise ein Produkt schmackhaft macht. Niemand im Saal hätte bei der Demo (die man auch im Netz findet) daran gedacht, dass es sich bei dem freundlichen, aufmerksamen Verkäufer um eine KI handeln könnte.

Ebenfalls spooky, aber vielleicht auch im Alltag nützlich wäre eine Anwendung wie „AI Haggler“, welche laut Betreiber Anrufe bei Hotels erledigt, Zimmer bucht und auch die Preise verhandelt. Stelle ich mir interessant vor, wie Haggler (zu deutsch: Feilscher) mit einem Air.ai-Programm im digitalen Schauraum um den Preis meines neuen Autos verhandelt, während ich …

Ja, das ist die Frage: Was mach ich denn, während die KI meine Arbeit macht? Vielleicht sollte ich noch schnell eine Ausbildung zum KI-Trainer machen, aber das Berufsbild ist vermutlich auch schon bald überholt. Denn die Künstliche Intelligenz wird bald nicht nur die Fragen intelligenter beantworten als ihre Erschaffer, sondern auch die klügeren Fragen stellen. Der Mensch wird überflüssig - das ist wohl die ultimative KI-Zukunftsvision, die uns kalte Schauder über den Rücken jagt.

Aber bis dahin ist noch ein bissl Zeit, sagen uns die KI-Auguren. Bis sie den Laden endgültig übernehmen, helfen uns die schlauen Programme noch als unsere dienstbaren Geister. Bearbeiten Fotos, schreiben Texte (nicht diesen, ich schwöre bei der Gänsekielfeder-Sammlung meiner Großmutter), koordinieren Termine, brauen Bier und komponieren Pop-Songs.

Schlechte Popsongs übrigens, zum Glück.