Der durchschnittliche Gebrauchtwagen koste in Österreich demnach im März 29.613 Euro. Damit seien die Preise seit Jahresanfang um 1,85 Prozent oder 537 Euro gestiegen. Das zeige der aktuelle AutoScout24-Gebrauchtwagen-Preis-Index. Über einen längeren Zeitraum betrachtet ergebe seit März 2022 ein Anstieg des Durchschnittspreises von 26.076 Euro auf 29.613 Euro und damit um 3.537 Euro bzw. 13,6 Prozent.
„Die aktuelle Dynamik reiht sich in eine Entwicklung ein, die wir bereits seit geraumer Zeit beobachten. Nach dem kräftigen Preisanstieg vor einigen Jahren hat sich das Niveau inzwischen weitgehend eingependelt, auch wenn weiterhin leichte Schwankungen auftreten. Über den längeren Zeitraum betrachtet ergibt sich zudem ein differenziertes Bild, da sich einzelne Fahrzeugkategorien erheblich stärker verteuert haben als andere“, erläutert Nikolaus Menches, Country Manager von AutoScout24 in Österreich.
Deutliche Preiszuwächse – aber große Unterschiede zwischen den Segmenten
Seit März 2022 seien die Preise für Gebrauchtwagen in nahezu allen Fahrzeugtypen gestiegen – allerdings mit erheblichen Unterschieden in der Dynamik. Besonders stark verteuert hätten sich Vans und Kleinbusse: Ihr Durchschnittspreis stieg von 20.603 Euro auf 27.726 Euro, was einem Plus von 7.123 Euro beziehungsweise 34,6 Prozent entspreche. Auch Sportwagen hätten deutlich zugelegt und verteuerten sich um 14.492 Euro auf 79.888 Euro (+22,2 Prozent). Im oberen Marktsegment fielen die Preissteigerungen insgesamt moderater aus. Fahrzeuge der oberen Mittelklasse verzeichneten ein Plus von 3.430 Euro (+12 Prozent), während die Oberklasse um 6.181 Euro beziehungsweise 10,7 Prozent zugelegt habe. In anderen Segmenten zeige sich eine noch geringere Dynamik: Die Kompaktklasse habe sich um 1.653 Euro (+8,5 Prozent), SUVs und Geländewagen um 2.280 Euro (+7 Prozent) und die Mittelklasse um 1.272 Euro (+5,1 Prozent) verteuert.
Schlusslicht in der Preisentwicklung
Besonders hervorzuheben seien die Kleinwagen, die sich klar vom restlichen Markt abheben. Hier falle der Preisanstieg mit lediglich 324 Euro minimal aus. Der Durchschnittspreis habe sich von 14.707 Euro auf 15.032 Euro erhöht, was nur einem Plus von 2,2 Prozent entspricht. Damit bildeten Kleinwagen das Schlusslicht der Preisentwicklung und zeigten, dass sich vor allem größere und spezialisierte Fahrzeugsegmente deutlich stärker verteuert hätten.
„Kleinwagen sind für viele Menschen unverzichtbar, gerade vor dem Hintergrund, dass rund 60 Prozent im Alltag auf das Auto angewiesen sind. Umso auffälliger ist, dass dieses wichtige Einstiegssegment preislich kaum zugelegt hat und damit deutlich hinter der allgemeinen Marktentwicklung zurückbleibt. Der starke Preisanstieg bei Vans und Kleinbussen spiegelt auch ein verändertes Reiseverhalten nach der Pandemie wider. Mehr Menschen setzen auf flexible, individuelle Mobilität und nutzen größere Fahrzeuge für Urlaub, Freizeit oder als Alternative zu Flug- und Fernreisen. In Kombination mit ihrer Vielseitigkeit treibt das die Nachfrage und damit die Preise spürbar nach oben“, so Menches.
