Die Kfz-Studie 2025 der Wiener Städtische Versicherung AG zeigt, dass sich Österreichs Autofahrer in einem Spannungsfeld zwischen Komfort, Gewohnheit und Klimabewusstsein befänden. Das Elektroauto gewinne an Zuspruch. Bei der Wahl des nächsten Fahrzeugs stünden E-Autos bei 37 Prozent der Befragten in Österreich an erster Stelle. Der Verbrennungsmotor verliert dagegen: Nur mehr rund ein Viertel würde sich laut Studie heute noch für einen Benziner entscheiden und lediglich 11 Prozent für einen Diesel.
Gleichzeitig betonen die Studienautoren, dass der Weg zur E-Mobilität aber „steinig“ sei, denn drei Viertel der Befragten wollten maximal 30.000 Euro für ein Elektroauto ausgeben. Hohe Anschaffungskosten, (mittlerweile) fehlende Steueranreize und die Abschaffung von Förderungen würden als massive Barrieren wahrgenommen. Zudem wünschten sich rund 50 Prozent 400 Kilometer Mindestreichweite – was die Anforderungen an Hersteller deutlich erhöhe.
Auch der Produktionsort spiele eine Rolle: Ein E-Auto „Made in Europe“ werde klar bevorzugt. Vertrauen, Qualität und wirtschaftspolitische Aspekte beeinflussten hier die Kaufentscheidung spürbar.
Alle Händler, die den Kunden im Verkaufsraum haben, sollten Letzteres bedenken. Gleichzeitig bietet die Affinität der Verbraucher für europäische Hersteller auch eine Chance, der aufstrebenden Konkurrenz aus dem Rest der Welt Paroli zu bieten. Das Vertrauen, das Käuferinnen und Käufer in die (bereits vertraute) Marke ihrer Wahl setzen, ist ein entscheidendes Kriterium. Gleichzeitig dürfte es einer erklecklichen Anzahl heimischer Kundinnen und Kunden wohl ein Anliegen sein, mit einem etwaigen Kauf auch die heimische Autowirtschaft zu stärken. Für Autobauer, deren Produkte die Verbraucher schätzen, stehen die Chancen gut, die Ware erfolgreich absetzen zu können.
Allerdings müssen die Fahrzeuge, wie auch die Umfrage zeigt, den Wünschen der Käufer entsprechen: Der Preis, das Design, die Software, die Materialen, die Haptik, das Service sind entscheidend und auch hochpreisige Ware lässt sich – wenn das Paket rundum passt – durchaus erfolgreich vermarkten. Freilich dürfen sich nicht nur Newcomer, sondern auch etablierte Hersteller keine „Schnitzer“ erlauben: Denn die Vergangenheit hat bereits gezeigt, wie sensibel Kunden etwa auf Probleme – beispielsweise fehlerhafte Software – reagierten und auch renommierte Hersteller ins Schwitzen brachten. Last but noch least ist auch der Preis entscheidend: Sind die Produkte zu teuer, kaufen die Kunden nicht und entscheiden sich für günstigere Modelle oder einen Jung- oder Jahreswagen.
Tröstlich: Die individuelle Mobilität steht laut der Kfz-Umfrage 2025 bei den Österreichinnen und Österreichern nach wie vor hoch im Kurs: Für fast zwei Drittel der Österreicher ist das Auto sowohl im privaten als auch im beruflichen Alltag ein zentrales Fortbewegungsmittel. Der Markt ist vorhanden, es braucht daher neben dem Ausbau der Ladeinfrastruktur und Tariftransparenz vor allem auch mehr leistbare, attraktive Produkte, um die Kunden zu überzeugen.
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