Die Verbände von Kfz-Handwerk und Autohandel stellten unter anderem folgende Forderungen an ihre Regierungen: Nur eine intakte Infrastruktur sichere grenzüberschreitende Mobilität. Ein leistungsfähiges Straßennetz sowie dessen Erhalt und Modernisierung seien Grundlage für Freizügigkeit und wirtschaftlichen Erfolg in Europa. Alle europäischen Hauptverkehrsadern müssten schnellstmöglich mit Ladepunkten für Pkw und Nutzfahrzeuge ausgestattet werden. Die Bezahlsysteme an Ladesäulen seien zu harmonisieren, um allen Europäischen Staaten die gegenseitige Anerkennung der Ladekarten zu gewährleisten.

Gefordert wird auch ein fairer und gleicher Wettbewerb für Werkstätten und Autohandel. Der Zugang zu Fahrzeugdaten müsse auf europäischer Ebene durch einheitliche Rahmenbedingungen und eine sektorspezifische Regulierung sichergestellt sein. Innovative Dienstleistungen entstünden nur durch einen diskriminierungsfreien Zugang zu den im Fahrzeug generierten Daten, Fahrzeugfunktionen und -ressourcen.

Plädiert wird auch für die Schaffung einheitlicher Fördersysteme in Europa. Die Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehrssektor sei für Handel und Kundschaft effizienter durch eine europäisch abgestimmte Förderlandschaft für neue Technologien und nachhaltige Mobilität zu erreichen.

Technologieoffenheit wird als Schlüssel zur Erreichung der Klimaschutzziele in Europa bezeichnet, motorisierte Individualmobilität der Zukunft brauche sowohl für Bestand als auch für Neufahrzeuge einen Technologiemix aller CO2-neutralen Antriebstechnologien. Die Revision der CO2-Flottengrenzwerte sei auf das Jahr 2025 vorzuziehen: Sie müsse sämtliche CO2-neutralen Antriebstechnologien bei der Zielerreichung berücksichtigen und dabei auf die tatsächlichen Marktgegebenheiten in realistischer Weise Rücksicht nehmen. Denn von der Flaute in der Automobilwirtschaft sind zusätzlich auch viele heimische Zulieferbetriebe betroffen.

Nun machen sich – wie jüngst auch die österreichischen Automobilimporteure – Werkstätten und Handelbetriebe Gedanken über eine nachhaltige und zugleich bezahlbare Mobilität: Weil sie alle an der Front stehen, wissen sie ganz genau, was ihre Kundinnen und Kunden wünschen, benötigen – oder auch ablehnen.

 Daher wäre die künftige neue österreichische Bundesregierung, bis zu deren Formierung und Angelobung wohl noch einige Monate ins Land ziehen werden, gut beraten, die Forderungen nicht zu missachten. Das Kfz-Gewerbe ist ein wichtiger Wirtschafts- und Innovationsmotor in Europa, der 190.000 Werkstatt- und Handelsbetriebe mit 940.000 Beschäftigten in Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz vertritt.

Das sollten die Verantwortlichen diesmal bitte nicht ignorieren.

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