Thomas Peckruhn, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) geht für 2026 von einer Million E-Pkw-Neuzulassungen (BEV und PHEV) aus: Er bewertet die vom Bundesumweltministerium vorgesehenen Förderstufen für Kauf oder Leasing „aus ZDK-Sicht sinnvoll“, sie setzten „die richtigen Anreize“ und seien ein klares und nachvollziehbares Signal, das vielen den Einstieg in die E-Mobilität erleichtere und diese spürbar voranbringe.
Der ZDK kritisiert gleichzeitig, dass gebrauchte Elektrofahrzeuge von der neuen Förderung ausgeschlossen seien. Deren Einbeziehung würde nicht nur den gesamten E-Automarkt beleben und die Nachfrage verbreitern, sondern die Elektromobilität auch für weitere Käufergruppen attraktiver machen. Zugleich könnte sie einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Restwerte von Elektrofahrzeugen leisten. Deutsche Branchenexperten erwarten auch, dass aktuell zum Verkauf angebotene E-Fahrzeuge weiter an Wert verlieren dürften: Es stelle sich auch die Frage, wie Leasinggesellschaften reagierten: Kalkulierte Restwerte könnten durch die neue E-Auto-Prämie kaum noch erreichbar sein.
Chance oder Risiko: Wie könnte sich das neue Szenario in unserem Nachbarland auf Österreich auswirken? Die Meinungen der heimischen Händlerschaft gehen da auseinander.
So bezweifelt ein renommierter Unternehmer, dass der Zukauf deutscher E-Pkw ein lukratives Geschäft verspreche. Unterschiedliche Marken brächten immer mehr kleine neue E-Modelle mit attraktiven Preiskonditionen auf den Markt. Mit dem Import älterer günstiger gebrauchter E-Modelle ließe sich daher kaum etwas verdienen. Am ehesten würde noch der Import gebrauchter Luxus-Elektroautos Sinn machen, aber nur dann, wenn deren Einkaufspreis stimme, weil diese Fahrzeuge vor allem Private kauften.
Ein anderer Händler sieht bessere Chancen, gebrauchte E-Pkw unserer Nachbarn zu vermarkten, aber dadurch auch den heimischen E-Gebrauchtmarkt zusätzlich unter Druck geraten.
Skeptisch zeigt sich ein weiterer Händler: Das Geschäft mit gebrauchten E-Fahrzeugen in Österreich beginne sich langsam zu etablieren, doch man sei noch nicht ganz dort, wo man hinwolle, weshalb Zukäufe derzeit noch kein großes Thema seien.
Nicht ganz zu vernachlässigen sind Eigenimporte: Ein reiches Angebot günstiger E-Gebrauchter hat schon in der Vergangenheit Private in Österreich zum Kauf im Nachbarland angeregt. Damit wird das Preisniveau dieses Segments dann „am Handel vorbei“ unkontrollierbar strapaziert.
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