Beim 44. Tag der Kfz-Wirtschaft Oberösterreich standen heuer vor allem Kosten, Bürokratie und die Zukunft der Branche im Fokus. Den Auftakt machten Michael Pecherstorfer (WKOÖ-Vizepräsident), Martin Sonntag (Spartenobmann Handel) und Markus Redl (Spartenobmann Gewerbe & Handwerk). Pecherstorfer nannte Energie- und Lohnkosten, steigende Bürokratie sowie Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel als zentrale Herausforderungen: „Durch diese Punkte steht man vor Problemen, in Oberösterreich noch produzieren zu können.“
Gleichzeitig betonte er die Stärke der Betriebe, die mit Innovationskraft auch in schwierigen Zeiten erfolgreich sein könnten. Sonntag lobte den Einsatz der heimischen Händler und hob Landesgremialobmann Adolf Seifried hervor, der bei der Abschwächung der neuen NoVA-Regelungen maßgeblich mitgewirkt habe. Redl unterstrich die Bedeutung der Industrie: Ohne produzierende Betriebe gehe es auch der Kfz-Wirtschaft schlechter – Energiekosten seien dabei ein entscheidender Faktor.
Dank von Seifried
Landesgremialobmann Adolf Seifried stand heuer wieder selbst auf der Bühne. Im Vorjahr wurde er vertreten, nachdem Probleme seine unternehmerische Zukunft gefährdet hatten. In einem sehr persönlichen Statement bedankte er sich bei der Familie Büchl, deren Verfahren gegen einen Importeur ein richtungsweisendes Urteil brachte. „Ohne dieses Urteil würde ich hier heute nicht mehr stehen“, so Seifried. Neu auf der Bühne war Daniel Holzinger, seit Jahreswechsel neuer Landesinnungsmeister der Fahrzeugtechnik. Inhaltlich kommen große Aufgaben: Die Kfz-Ausbildung wird neu aufgesetzt, zudem droht ein Engpass bei Lehrabschlussprüfern. Auch die EU-Pickerl-Richtlinie beschäftige ihn weiterhin. Vorgänger Jörg Silbergasser verabschiedete sich mit der symbolischen Übergabe eines goldenen Gabelschlüssels.
Helmut Stuphann und Walter Enser von Bosch gaben Einblicke in Software-Defined Vehicles und autonomes Fahren. Zum Schluss sprach Andreas Kühnen über Google Vehicle Ads als Alternative zu Autobörsen: In Deutschland soll demnächst eine offene Beta-Phase starten – ob und wann das Produkt nach Österreich kommt, ist offen.
