A&W: In wie vielen Ländern verkauft Opel Autos?
Tobias Gubitz: Weltweit sind wir in mehr als 60 Ländern vertreten. Unser Kernmarkt ist Europa, dazu kommt ein Dutzend weiterer Länder außerhalb Europas, etwa die Türkei, Marokko, Algerien, Tunesien oder Israel. Auch einige weiter entfernte Länder sind dabei, etwa Neuseeland, Singapur oder Südafrika. In Südamerika ist Chile unser größter Markt.
Gibt es Länder, in denen Opel Chancen sieht?
Gubitz: Perspektivisch sind es Märkte, in denen deutsche Marken einen guten Ruf genießen und ausreichend Kaufkraft vorhanden ist. Hier eignen sich weitere Länder im mediterranen Raum, nachdem die Türkei unser drittgrößtes Volumen abbildet – nach Deutschland und Großbritannien. In Ägypten oder Tunesien könnte es kurzfristig weitere Chancen geben, wenn es die wirtschaftliche Situation zulässt.
Wie sind Ihre Pläne für Österreich, wo der Marktanteil ja nicht mehr so hoch ist wie früher?
Gubitz: Österreich kommt wieder! Judith Porstner ist mit ihrem Team gut unterwegs. Wir wollen Opel auf jeden Fall nach vorn bringen. Ein Marktanteil von weniger als 3 Prozent ist nicht akzeptabel. Und warum soll Österreich nicht perspektivisch mindestens auf das Marktanteils-Niveau von Deutschland steigen, wo wir inklusive der Nutzfahrzeuge bei rund 5 Prozent liegen? Nach der Einführung des neuen Vertriebsmodells haben wir eine Weile gebraucht, um alles erfolgreich aufzustellen. Doch nun erlaubt es das System, wieder profitabel zu wachsen.
Wie entwickeln sich die Elektroautos bei Opel?
Gubitz: 2024 waren wir noch nicht in der Lage, unseren globalen Marktanteil auch bei den E-Autos zu erzielen, weil dieser Markt vor allem bei den C-SUVs gewachsen ist. Doch mit dem neuen Grandland haben wir neben Corsa und Frontera ein heißes Eisen im Feuer, da dieses Auto auch als Firmenwagen sehr gefragt ist. Daher bin ich optimistisch für heuer.
Welche neuen Modelle sind noch zu erwarten?
Gubitz: Wir haben ein sehr junges Modell-Portfolio mit einem Durchschnittsalter von rund elf Monaten. Mit dieser Palette sind wir am Ende eines Zyklus, da wir den Wechsel von früheren Plattformen auf jene von Stellantis komplett abgeschlossen haben. Alles sind Multi-Energy-Vehicles, und als einziger deutscher Hersteller bieten wir ein E-Auto in jedem Segment, vom Corsa über den Astra bis zum Grandland und auch bei den Nutzfahrzeugen Combo, Vivaro und Movano. Bei Opel bleibt es spannend. Wir haben noch einige Schmankerln in der Pipeline.