Innerhalb der vergangenen 20 Jahre seien, wie der VCÖ behauptet, neuzugelassene Pkw in Österreich im Durchschnitt um zehn Zentimeter breiter geworden. Damit nehme auch der Flächenbedarf der abgestellten Pkw zu. Nahezu jeder zweite Neuwagen sei inzwischen ein SUV, weshalb abgestellte Fahrzeuge teilweise über die vorgesehenen Parkflächenmarkierungen hinausragten – „häufig zulasten von Geh- und Radfahrflächen“. Der Trend zu größeren Fahrzeugen widerspreche den Zielen vieler Städte, den Menschen mehr Aufenthaltsflächen, dem Gehen, Radfahren und Begrünungen mehr Platz zu geben. So koste eine Stunde Parken in der Wiener Innenstadt „nur 2,60 Euro“, während man in Amsterdam 7,80 Euro pro Stunde zu berappen habe.
Selbstredend, dass für den VCÖ auch das Parkpickerl in Wien mit 120 Euro pro Jahr viel zu günstig ist. Denn in Amsterdam koste das Parkpickerl im Zentrum 630 Euro jährlich und in Stockholm mit monatlich 146 Euro sogar 1.752 Euro pro Jahr. Ginge es nach dem VCÖ, sollte auch „der Binnenverkehr innerhalb von Bezirken in den Städten auch durch kleinere Berechtigungszonen reduziert“ werden. Der von öffentlichen Verkehrsunternehmen gestützte Mobilitätsclub empfiehlt, dass Städte „angesichts ihrer Budgetnöte ihre Parkgebühren den marktkonformen Preisen annähern sollten“.
Unglaublich: Stadtbewohner sollen ordentlich blechen und dabei ihr Fahrzeug zum Stehzeug verkommen lassen, damit überall das Parken in der Stadt unleistbar wird.
Dass gerade der als Autoersatz vom VCÖ verordnete Radverkehr ein großteils selbstverschuldetes Sicherheitsproblem hat, wird vom VCÖ kaum thematisiert. Wie der ÖAMTC im Jahr 2024 erhob, stieg die Zahl der Fahrradunfälle im Zeitraum von 2013 bis 2024 um 69 Prozent: Der Ausbau der Radinfrastruktur sei da zwar ein wichtiges Gegenmittel, aber nicht das einzige. Zusätzlich notwendig seien vor allem Verbesserungen bei Fahrkönnen, Überwachung und Bewusstseinsbildung. Die Entwicklung der Unfallursachen in den vergangenen zehn Jahren hätte andere Problemfelder gezeigt: So habe sich die Unfallursache „Alkohol, Drogen oder Medikamente“ mit 255 Prozent exorbitant erhöht, die offensichtliche „Missachtung von Geboten und Verboten"“ stieg um 197 Prozent. In der Umfrage zeige sich zudem, dass bei allen Fahrradunfällen mehr als 60 Prozent der Radfahrenden als Unfallhauptverursacher ausgewiesen wurden.
Während die stereotypen Forderungen nach Ausbau der Radwege und der Forcierung zur Benützung des Drahtesels in Städten des VCÖ stetig zunehmen, scheint er puncto mehr Sicherheit für Pedalritter auf einem Auge blind zu sein. Sonst hätte er vor allem im Sinne seiner Klientel und deren Sicherheit schon längst lautstark für die Einführung eines „Fahrradführerscheins“, einer generellen Helmpflicht beim Fahrradfahren oder einer Aufklärungskampagne und Bewusstseinsbildung für die Einhaltung der StVO plädieren müssen.
Doch offensichtlich geht es diesem Verein vor allem um eines: Autos sollen raus aus der Stadt!
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