Beim heurigen Sommerreifentest (siehe auch unten angefügtes PDF) wurden zehn aktuelle Hochleistungsreifen getestet: angefangen bei zwei Modellen aus China, dem Mastersteel Super Sport 2 und dem Triangle EffeXSport TH202, über die Modelle Falken Azenis FK520, Toyo Proxes Sport 2 und Vredestein Ultrac Pro bis hin zu den Produkten von Bridgestone Potenza Sport, Continental PremiumContact 7, Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6, Michelin Pilot Sport 5 und Pirelli PZero.
Der Continental überzeugte lt. ARBÖ bei den Tests auf nassem Asphalt: Selbst im Wettbewerb mit der Konkurrenz markiert er mit 41,8 Metern den kürzesten Bremsweg aus 100 km/h und besteche mit seinem berechenbaren und sicheren Fahrverhalten. Damit erreiche er im Nässekapitel die gleiche Punktzahl wie der Bridgestone, der diese Disziplin seit Jahren dominiere. Der Japaner bremse geringfügig schlechter, biete dafür aber noch mehr Seitenhalt und eine sportlichere Charakteristik.
Mit nur einem Punkt Abstand folgt der Goodyear, der den Handling-Parcours am schnellsten umrunde und ebenfalls eine starke Bremsverzögerung aufbaue. Damit setzten sich diese drei Kandidaten bereits vom Feld ab, wahrend die beiden chinesischen Fabrikate eklatante Schwächen offenbareten. Besonders der Mastersteel patze in sämtlichen Disziplinen und fahre dem Feld durchgehend hinterher. Allein beim Bremstest habe er einen um 10,9 Meter längeren Weg bis zum Stillstand als der Conti – er sei noch mit über 45 km/h unterwegs, während der andere bereits stehe, etwa vor einem Hindernis. Auch der Triangle enttäusche mit vollen 52 Meter Bremsweg, ziehe sich jedoch einigermaßen achtbar aus der Affäre. Dennoch: Im Regen ist auch er keine gute Wahl.
Wie hervorragend die Nasshaftung von Bridgestone, Continental und Goodyear sei, verdeutliche nicht zuletzt der Abstand zu den Profilen von Michelin und Pirelli, die für sich genommen zwar gut abschnitten, aber nicht an die Spitzengruppe heranreichen. Falken, Toyo und Vredestein bauten ihrerseits spürbar weniger Nasshaftung auf, weshalb vor allem die Bremswege im direkten Vergleich länger ausfielen. Beim Aquaplaning-Schutz schneide der Vredestein am besten ab.
Bei den Fahrversuchen auf trockener Piste übernehme der Goodyear die Führung und besteche mit seinem absolut tadellosen Verhalten selbst in Extremsituationen. Dazu sei er stark auf der Bremse und glänze mit einem ordentlichen Abrollkomfort. Da setzt der Conti naturgemäß noch einen drauf und rollt am geschmeidigsten ab. Weil auch er mit starken Resultaten auf trockenem Asphalt überzeuge, bleibe er dem Goodyear auf den Fersen.
Der Michelin hole auf und sichert sich im Trockenen den dritten Rang. Es folge der Pirelli, dessen Rollwiderstand nach der letzten Überarbeitung besser geworden sei. Der Bridgestone hingegen markiere seinerseits den kürzesten Bremsweg und gebe sich betont sportlich. Diese Charakteristik schränke jedoch den Komfort ein, in Sachen Energieeffizienz belege der Pneu sogar den letzten Platz. Der Toyo liege nach Punkten im Trockenen gleichauf und begeistere mit seiner Agilität, die ihm die flotteste Rundenzeit sicher. Falken und Vredestein hätten sich wacker geschlagen, setzten aber kaum Akzente.
Dass ein günstiger Preis allein nicht alles über die Wirtschaftlichkeit aussage, belegten die beiden China-Reifen. Der Mastersteel zeige zwar dank des sehr niedrigen Rollwiderstandwerts Sparpotenzial, doch seine geringe Laufleistung relativiere diesen Vorteil. Noch schneller verschleiße der Triangle, der sich deswegen ebenfalls nur sehr bedingt als „preiswerte” Alternative empfehle. Da die beiden Pneus außerdem deutlich weniger Haftung aufbauen und einen verlängerte Bremswege hätten, seien sie schließlich auf den letzten Plätzen gelandet.
Zähle man alle Aspekte zusammen, bestimmen die Premium-Pneus das Geschehen. Der Goodyear vereine Performance und Nachhaltigkeit auf höchstem Niveau und wird Testsieger. Der Conti hole dank vorzüglicher Nasshaftung den zweiten Platz. Dritter wird der Bridgestone, der zudem das beste Preis-Leistungs-Verhältnis biete, aber konsequent auf Sportlichkeit setze. Es folgen der ausgewogene und langlebige Michelin sowie der fein ausbalancierte Pirelli. Vredestein, Toyo und Falken könnten zwar nicht mit den Premium- Profilen mithalten, hätten aber durchaus ihre Stärken, während die vermeintlich preiswerten Pneus von Triangle und Mastersteel keine ernsthaften Alternativen darstellten.
„Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Auto Zeitung und der GTÜ zwei professionelle Testpartner gefunden haben, die über viel Fachkompetenz verfügen. Mit diesen unabhängigen Testergebnissen können wir unsere Mitglieder optimal beraten und bei der Kaufentscheidung unterstützen“, so Erich Groiss, technischer Koordinator beim ARBÖ, anlässlich des ersten gemeinsamen Tests.