Verfolgt man die sozialen Netzwerke, so werden die tiefen Gräben rasch erkennbar. Die einen springen auf den E-Auto-Zug auf und steigen aus diesem auch nicht wieder aus – entsprechende „Missionierung“ auf allen Ebenen miteinbegriffen. Auf der anderen Seite dann die „Verbrenner-Lobby“. In deren Umkreis auch nur die Begriffe E-Auto oder batterieelektrisch in den Mund zu nehmen, grenzt für diese schon an ein Sakrileg.
Und so kristallisieren sich in den sozialen Netzwerken und weit darüber hinaus die beiden Meinungspole heraus und ringen, zumindest mir, ein leichtes Schmunzeln ab. Ein bisschen mehr Gelassenheit auf allen Seiten wäre eine wahre Wohltat. Denn der Umgang miteinander erinnert mitunter an die Kommunikation mancher junger Heranwachsender – Spott und Häme inbegriffen. Dass es sich in vielen Fällen bereits um mündige Bürgerinnen und Bürger handelt, gibt dann doch einigermaßen Anlass zur Beunruhigung.
Die Politik, die ja vielerorts von Expertenansichten und -meinungen getragen ist, wäre gut beraten, sich hier nicht unbedingt auf eine Seite zu stellen, sie tut es aber. In das Spannungsfeld zwischen E-Auto-Hype samt dazugehöriger Förderlandschaft und der Abkehr vom „Verbrennerverbot“ reihen sich auch die Vertreterinnen und Vertreter der Legislative ein, und müssen von Zeit zu Zeit auch die eine oder andere Panne, wie beispielsweise den Stopp einer Online-Meinungsumfrage, hinnehmen.
Die ganze Aufregung ließe sich relativ einfach verhindern: Mit einem Fokus auf zukunftsgerichtete Themen, die allen Antriebsarten ihre jeweilige Entfaltung erlauben. Die Politik sollte sich hier dogmatisch im Hintergrund halten und lediglich die notwendigen Rahmenbedingungen für die Mobilität der Zukunft bereitstellen.
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