Als Termin für das Inkrafttreten von SERMI, dem neuen Zertifizierungs- und Zugangsstandard für sicherheitsrelevante Reparatur- und Wartungsinformationen, in Österreich gilt schon seit Längerem der 1. April 2024. Knapp vor dem Start hat sich die Bundesinnung der Fahrzeugtechnik dazu gemeldet und führt ins Treffen, "dass der Anbieter teilweise unrichtige Angaben gemacht hat." In einem E-Mail an Verantwortliche von CECRA, ZKF, FIGIEFA und ÖAMTC (SERMI-Board) listet die Branchenvertretung ihre Bedenken auf: Im Wesentlichen gehe es darum, dass man zwischen freien und reglementieren Gewerben und ihren konkreten Tätigkeitsumfängen unterscheiden müsste. Auch gebe es Unklarheiten hinsichlich Arbeiten im Zusammenhang mit Fahrzeugemissionen (Chiptuning) und der fehlenden Unterscheidung zwischen Fahrzeugen mit Straßenzulassung und anderen, etwa für den Rennsporteinsatz. Auch würden die im KIWA-Antrag vorgeschriebenen Erfahrungsjahre und Ausbildungsanforderungen nicht der aktuellen (EU-)Rechtslage entsprechen, so die Bundesinnung. Und schließlich fänden sich auf der Website der für den österreichischen Markt relevanten Konformitätsbewertungsstelle (KBS) KIWA keine Angaben zur Fahrzeuginspektion vor Ort. "Unter diesen Bedingungen können wir KIWA nicht empfehlen", schreibt die Innung und befürchtet zudem, dass sogar Haftungen ausgelöst werden könnten. Aus diesem Grund pocht die Branchenvertretung auf eine Verschiebung der geplanten SERMI-Einführung in Österreich.

VFT: "Der Zug ist abgefahren"
Entspannt sieht man die Sache beim VFT – Verband der freien Kfz-Teile-Fachhändler, der stark in den Prozess der SERMI-Einführung hierzulande eingebunden war und ist. "Die offenen Punkte sind bekannt, werden laufend diskutiert und Schritt für Schritt der rechtlichen Situation angepasst", erklärt VFT-Generalsekretär Wilfried Stöckl. Eine Verschiebung sei weder notwendig noch realistisch: "Der Zug ist abgefahren."