Wurde das vergangene Jahr mit einem Blick auf die Pkw-Neuzulassungszahlen sicher nicht von allen mit großer Freude bedacht, so versprüht doch zumindest der Start ins Jahr 2024 Zuversicht. Das Interesse am Auto ist ungebrochen groß und das in Zeiten, wo geo- und finanzpolitische Unsicherheiten die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs für viele in weite Ferne rücken lassen. Nicht vergessen werden darf außerdem, dass die Wirtschaft generell angeschlagen ist: Die mittlerweile täglich verkündeten Insolvenzfälle geben Anlass zur Besorgnis und machen auch vor an sich krisenfesten Branchen, wie etwa der Fall einer Brauerei aus einer oberösterreichischen Bezirksstadt zeigt, nicht halt. Und in dieser angespannten Lage auch noch Autos zu verkaufen, gestaltet sich für die Betriebe zu einer Mammutaufgabe, die aber gemeistert werden kann. Wie das am besten funktioniert? Mit Vertrauen!
Aus diesem Vertrauen entsteht schließlich Kundenbindung, die auch in Zeiten neuer Antriebsformen wichtiger ist denn je. Und so lässt sich das hohe Interesse am Auto ableiten: Zwischen 14.000 und 15.000 Besuchern bei den reinen Auto-Formaten in Linz und Ried, gar 19.000 in Graz und 17.500 in Salzburg, auch wenn in der Mozartstadt die zeitgleich stattgefundene Garten- bzw. Kulinarik-Messe das Ergebnis wohl etwas verzerrt. Aber nicht nur die Besucher strömten in die Messehallen, auch das (Kauf-)Interesse war groß und die Qualität der Gespräche hoch, wie uns die Aussteller versicherten.
Jetzt gilt es, die Bereitschaft der Kunden in Verkäufe umzumünzen. Das geht wie angesprochen über Vertrauen, das aber einmal aufgebaut werden muss. Das funktioniert am besten mit Know-how, denn noch immer ist der potenzielle Käufer, auch wenn er über genügend Finanzmittel verfügt, verunsichert: allen voran mit der Wahl des (für ihn) richtigen Antriebs. Und hier wiederum braucht es Transparenz und einen ehrlichen Umgang mit der Materie, persönliche Ressentiments der Verkäufer oder gar Führungskräfte gewissen Antriebsformen gegenüber gehören abgestellt. Denn sie sind weder zeitgemäß noch lässt sich der mündige potenzielle Autokäufer, der heutzutage schon entsprechend vorinformiert ist, wissentlich auf die falsche Spur leiten. Falls das doch passieren sollte, so hat das Autohaus einen Kunden für immer verloren.
Wobei hier wieder einmal festgehalten werden muss: Nicht für jede/n eignen sich alternative Antriebe, aber mittlerweile für viele. Und das Preisargument wird zusehends abgeschwächt, auch wenn die Hersteller bzw. Importeure für die Verkäufe (ihrer Verbrenner) wieder verstärkt Aktionen fahren werden müssen und die Händler das bereits ankündigen. Die Aktionen kommen generell allen Autokäufern zugute, erhöhen aber einmal mehr den Margendruck im Handel. Mit starker Fokussierung auf den Servicebereich und andere Mobilitätsdienstleistungen könnte auch dieser entsprechend abgeschwächt werden.
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