Mag. Dieter Unterberger, Obmann der Sparte Handel WK Tirol und Landesgremialobmann des Tiroler Fahrzeughandels warnt: „Was gebrauchte E-Fahrzeuge betrifft, glaube ich, dass die gesamte Branche auf ein Problem zulaufen könnte“. In diesem Zusammenhang sei ein Schulterschluss aller Stakeholder wichtig, um die Zielgruppe mittels Kampagnen zu informieren, worauf bei gebrauchten E-Fahrzeugen zu achten sei, und der Kundschaft die Angst – vor allem punkto Batteriezustand – zu nehmen, wenn deren Garantie nach 8 Jahren auslaufe.

Vielleicht wären Anschlussversicherungen für Batterien auch mit staatlichen Förderungen als Teil der Unterstützung für E-Mobilität umsetzbar. Ohne Hilfe, auch von staatlicher Seite, dürfte die Vermarktung älterer Gebraucht-Stromer zum Problem für Hersteller, Händler, Leasing- sowie den politischen Willen der Gesetzgeber werden: Wenn man den Kunden sagen muss, dass ihre Autos gebraucht unverkäuflich sind, komme der Markt nicht ins Laufen. Da könne der Staat zu Beginn noch so viele Unterstützungen ausgeben, wie er wolle.

Die Entwicklung der E-Autos erinnert an jene der Smartphones oder der Computer: Vor wenigen Jahren noch als Hightech in reinster Form Angepriesenes erscheint heute oft als Schnee von gestern. Das betrifft nicht nur zunehmend vorgeschriebene Assistenzsysteme, sondern auch die wichtigste Komponente in den Fahrzeugen: den Akku.

Gleichzeitig senken namhafte Hersteller angesichts zunehmender Konkurrenz in regelmäßigen Abständen die Preise für ihre E-Renner: Das treibt nicht nur der Kundschaft, die kurz zuvor viel tiefer in die Tasche greifen musste, die Zornesröte ins Gesicht und verunsichert potenzielle Käufer weiter. Vor allem macht es Leasing und Fahrzeugrücknahme unkalkulierbar, wenn zu befürchten ist, dass die einst teure Ware „schlecht werden“ könnte und sie am Ende niemand mehr kaufen will. Niemand ist der Feind seines eigenen Geldes.

Das sollten manche Hersteller in ihrer Preispolitik berücksichtigen. Denn auf sie könnte trotz Rekordgewinnen ein dauerhaftes Verwertungsproblem zukommen: Je mehr Autos im Eigentum der Autobauer über Abos, Leasing sowie seit Neuestem auch Gebrauchte vermarktet werden, desto stärker trifft sie die Restwertproblematik. Am Ende stimmt  auch für sie die Rechnung nicht mehr, unter dem Motto: Außer Spesen nichts gewesen!

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