Die E-Fuels-Diskussion wird seit jeher mit viel Kritik am in Europa eingeschlagenen Weg der Dekarbonisierung geführt, die eKKon 2024 bildete keine Ausnahme. Vertreter von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik skizzierten ihre Visionen eines klimaneutralen Energiesystems unter Einsatz synthetischer Flüssigkraftstoffe, hergestellt aus grünem Wasserstoff und CO2. Die dazu benötigte grüne Energie soll in besonders begünstigten Weltgegenden geerntet und verwendet werden.
Bereits am Eröffnungstag gab es ein klares Bekenntnis zu Technologieoffenheit, wissenschaftlicher Forschung, investitionsfreundlichen Rahmenbedingungen und globalen Energiepartnerschaften. Finanzminister Magnus Brunner und WKO-Generalsekretär Karlheinz Kopf betonten die Bedeutung des Klimaschutzes insgesamt und sprachen sich dafür aus, alle Möglichkeiten dazu offenzuhalten.
Jürgen Roth, Vorstandsvorsitzender der eFuel Alliance, sah in seiner Eröffnungsrede viele Fortschritte in der Entwicklung der Technologie und forderte erneut: "CO2 hat keinen Reisepass, daher müssen wir die Klimawende global denken."
Die vorgestellten Projekte umfassten mehrere Anlagen von HIF Global, auch das bekannte Vorreiterprojekt Haru Oni in Chile war dabei, aber auch Projekte in den USA, Tasmanien und Uruguay. Synhelion aus der Schweiz präsentierte ihr Konzept von solarwärmebasierten E-Fuels mit ambitionierten Plänen. Ab einem Produktionsumfang von einer halben Million Tonnen pro Jahr ließen sich Gestehungskosten von 1 bis 2 Euro pro Liter realisieren, so Philipp Furler, CEO and Founder der Synhelion AG.
Robert Fischer, CTO bei AVL List, führte durch die technischen Grundlagen und die Geschichte der E-Fuels-Erforschung bei AVL. Um die Energielücke durch den Verzicht auf fossile Energiequellen zu schließen, werde es unbedingt flüssige Energiespeicher brauchen, rechnete Fischer vor.
Weitere Programmpunkte bildeten u.a. eine Podiumsdiskussion mit österreichischen CEOs, Vorträge zum Einsatz von E-Fuels bei der Blackoutvorsorge oder in Baumaschinen, sowie die Verleihung eines Young Scientists Award bei der Abendveranstaltung im Wiener Rathaus.
Stephan Schwarzer, Generalsekretär der eFuel Alliance, ist überzeugt: „E-Fuels sind eine Win-Win-Situation: Der globale Norden erreicht damit eine CO2-Reduktion sowie eine Diversifikation der Energiequellen. Gleichzeitig bekommt der globale Süden die einzigartige Chance auf grünes Wachstum. Es liegt nun an der Politik endlich an einer ganzheitlichen Klima-Strategie zu arbeiten, die auch den Wirtschaftsstandort Europa stärkt.“
