Auch wenn es sich nur um Cent-Beiträge handelt, so ist mit dem Jahreswechsel die CO2-Bepreisung von zuvor 32,5 auf 45 Euro pro Tonne gestiegen und die Preise an den Zapfsäulen haben sich damit – zwar marginal, aber doch – um 3,7 (Diesel) und 3,4 (Benzin) Cent pro Liter erhöht. Und auch beim österreichischen Unikum der Normverbrauchsabgabe (NoVA) ist diese für alle Pkw, die mehr als 99 g CO2/km emittieren, gleich noch einmal saftig gestiegen, womit ein Fahrzeug der unteren Mittelklasse mit einem Listenpreis um die 30.000 Euro mit einem Schlag um 300 Euro teurer wurde. Auch bei der motorbezogenen Versicherungssteuer wurde das Entgelt, mit Ausnahme von sehr effizienten und leistungsarmen Pkw, um knapp 35 Euro erhöht. Doch damit nicht genug, in jüngster Zeit wurden von politischer Seite mehr oder weniger subtile Versuche unternommen, Änderungen bei der Pendlerpauschale herbeizuführen oder zumindest herbeizudiskutieren.

All diese Preiserhöhungen treffen die Autofahrer zu einer Zeit, in denen die Haushalte sowieso schon mit der allgemein hohen Teuerung und den gestiegenen Lebenshaltungskosten zu kämpfen haben. Das Auto mutiert immer mehr zum Luxusgut. Es bildet aber für viele im wahrsten Sinn des Wortes ein Vehikel, um am (öffentlichen) Leben teilhaben zu können – sei es der Arbeitsweg, der Einkauf oder die Teilnahme an sozialen Aktivitäten.

Die hohen Kosten sind auch eine enorme Herausforderung für den Fahrzeughandel. Ein Blick in die Preislisten reicht, um zu erkennen, wie stark sich die Kaufpreise seit der Vor-Corona-Zeit erhöht haben. Ein beliebter Kleinwagen einer einst englischen Marke kratzt beim Einstiegsmodell schön langsam an der 30.000-Euro-Marke, vernünftige Angebote für Familien haben die 40.000er-Grenze längst hinter sich gelassen. Um so interessanter, vor allem in preislicher Hinsicht, ist die Entwicklung bei den batterieelektrischen Fahrzeugen. Konnte man bis vor kurzem und das durchaus berechtigt ins Treffen führen, dass es hier aufgrund der Preisstruktur kaum einen Privatmarkt gibt, so verändern sich langsam die Voraussetzungen. Neue E-Modelle und Anbieter drängen auf den Markt – zu Preisen einem vergleichbaren Verbrenner ebenbürtig oder sogar darunter – und zwingen etablierte Hersteller dazu, ihre Preise für Stromer zum Teil deutlich nach unten zu korrigieren, was zum Teil auch schon stattgefunden hat.

Auch vor diesem Hintergrund wäre es wünschenswert, Realitäten anzuerkennen und neuen Antriebsformen wenigstens neutral und nicht wie bis dato oft der Fall ablehnend gegenüberzustehen. Der Wettbewerb der Technologien ist längst eingeläutet und dieser wird zunehmend auch über den Preis entschieden.