Keine Ahnung, wie oft wir heuer Sätze wie „Wir befinden uns in der größten Transformation der Automobilgeschichte“ oder „Die nächsten Jahre werden mehr Veränderungen bringen als die vergangenen Jahrzehnte“ gehört oder auch selbst geschrieben haben. Auch wenn es den einen oder anderen bereits nervt: Das löst sich nicht mehr von selbst!
Gut, für manche Themen haben wir noch Zeit: Bis das autonome Fahren flächendeckend Roboter-Autos ermöglicht, die das AfterSales-Geschäft komplett verändern, wird es noch etwas dauern. Aber andere Bereiche wie die Elektro-Mobilität, der Agentur-Vertrieb und die Digitalisierung mit der entscheidenden Schnittstelle zwischen digitaler und physischer Customer Journey sind bereits in der Umsetzung und brauchen neue Antworten der etablierten Betriebe.
Dabei kommen diese Herausforderungen definitiv zur Unzeit: multiple Krisen (sorry, auch so eine Standard-Daueraussage) beschäftigen die Menschen und beeinträchtigen das Autogeschäft schwer: Die Autos sind deutlich teurer geworden, die Zinsen sind hoch und die Kaufkraft niedrig. Die Autohersteller stellen sich ehrlich und realistisch auf 240.000 Fahrzeuge an. Dieser Realismus ist gut, aber nichtsdestotrotz fehlt das Volumen, beim Neuwagenertrag und bald auch in der Werkstätte. Keine gute Basis für „die größte Transformation der.....“ Jaja, Sie wissen worum es geht.
Die Zinssenkung und der wirtschaftliche Aufschwung kommen nur langsam, zudem sind die Gebrauchtwagenpreise stark unter Druck. Immerhin gibt es bei den Vertriebssystemen hie und da etwas Aufschub. Der Klimawandel und die dadurch erforderliche CO2-Reduktion dulden allerdings keine Verzögerung. Selbst wenn der Hochlauf der Elektromobilität derzeit etwas gedämpft erscheint (bei den etablierten Marken, nicht bei chinesischen Herstellern oder bei Tesla), wird die Dynamik in den nächsten Jahren hier gewaltig zulegen. Getrieben durch Konzerne, die CO2-neutrale Fuhrparks betreiben (wollen oder müssen) sowie durch wachsende, attraktive Angebote, die auch den Privatkunden überzeugen. Auch hier scheint der Vorteil vorerst bei China und den USA zu liegen.
Die Transformation, diese Veränderung – wie auch immer Sie das nennen möchten – ist in vollem Gange. Das bedeutet nicht den Untergang der Kfz-Betriebe, aber es erfordert eine umfassende Neuausrichtung, die keinen Aufschub mehr erlaubt. Im kommenden Jahr müssen viele Weichen gestellt werden: Ist mein Importeur zukunftssicher aufgestellt? Wie sehen die Ertragsmöglichkeiten aus? Braucht es eine zusätzliche Marke oder geht es (freiwillig oder unfreiwillig) ohne Marke besser? Weiters geht es um Mitarbeiter-Auswahl und -Entwicklung, um Digitalisierung, um Werkstatt-Prozesse und neue Ertrags-Modelle in Zeiten der E-Mobilität,...
Wir versuchen, Ihnen, geschätzte Leser, diese Entwicklungen aufzuzeigen. Ebenso berichten wir über Möglichkeiten, Lösungen und mögliche Partner, die Sie dabei unterstützen können. Wir tun das regelmäßig in unseren Magazinen, in unseren Online-Plattformen, bei Veranstaltungen wie dem A&W-Tag, bei Webinaren oder beim A&W WERKSTATT-FORUM am 29. Februar 2024 im Wiener Allianz-Stadion. Und in der kommenden Ausgabe von AUTO & Wirtschaft, die Sie nach den Feiertagen erhalten, haben wir uns diesem Thema in mehreren Aspekten gewidmet.
In diesem Sinne bedanken wir uns sehr herzlich für Ihre Treue als Leser bzw. als Partner. Wir wünschen Ihnen geruhsame Feiertage, einen guten Rutsch ins neue Jahr und vor allem viel Energie und Erfolg für die Transformationen, Veränderungen,.... Sie wissen schon.
