Der Bericht „The Oil and Gas Industry in Net Zero Transitions“ bezieht sich nicht auf einzelne Anwendungen (etwa Verkehr), sondern auf die Gesamtentwicklung der Branche im Zusammenhang mit dem Erreichen des 1,5-Grad-Ziels.

Der Bericht kritisiert u.a., dass die Investitionen in grüne Energien aus der Öl- und Gasbranche derzeit noch sehr niedrig seien – gerade einmal 1 Prozent der weltweiten Investitionen in diesem Bereich gehen auf die Branche zurück.

Der Punkt der maximalen weltweiten Öl- und Gasproduktion werde 2030 erreicht, so die Studienautoren. Wenn das 1,5-Grad-Ziel erreicht werden solle, würden Öl- und Gasverbrauch bis 2050 um 75 Prozent fallen müssen.

Unter den technischen Optionen für die Industrie werden u.a. Carbon-Capture-Technologien (CCUS), Wasserstoff und auch E-Fuels genannt. Aber es sei verfehlt, die Hoffnungen zu sehr auf die Abscheidung von CO2 aus der Atmosphäre zu setzen. Um so die Ziele zu erreichen, bräuchte es 32 Milliarden Tonnen CO2 aus Abscheidung, was 26.000 Terawattstunden an elektrischer Energie erfordere - was mehr als dem weltweiten Elektrizitätsverbrauch im Jahr 2022 entspreche, so die Autoren.

Fatih Birol, Executive Director IEA, machte bei der Präsentation der Studie klar: „Wir stehen CCUS nicht negativ gegenüber.“ Aber man müsse sagen, dass es sich dabei um eine Geschichte der Enttäuschung handle, „bei der wir sehr wenig Bewegung gesehen haben. Wir warnen davor zu sagen, wir können einfach so weitermachen wie bisher und mit CCUS unsere Klimaziele erfüllen. Das funktioniert einfach nicht.“

Emissionen zu senken hieße den Verbrauch zu senken, daran führe kein Weg vorbei, so Birol weiter, der gleichzeitig die Bedeutung der Öl- und Gasindustrie unterstrich – als Partner, um „Net zero“ zu erreichen. Die Studie sei eine Einladung an die Industrie, an der Lösung dieses schwierigen Problems mitzuarbeiten.