Das Kfz-Gewerbe steht vor vielfältigen Herausforderungen. Neue Vertriebsformen der Hersteller, Digitalisierung, Elektromobilität, Konzentration, neue Wettbewerber, Car-Sharing, neue gesetzliche Vorschriften, demografischer Wandel und besonders der Fachkräftemangel sind aktuell Themen, die Betriebe und Entscheider in der Branche beschäftigen. Und das ist das Problem:  Wir beschäftigen uns zu oft mit Themen, die wir eigentlich nicht beeinflussen können!

Drei Beispiele:

Erstens: Können Sie festlegen, welches Vertriebskonzept Ihr Importeur einschlagen wird? Unter uns gesagt: Im Regelfall kann das nicht einmal der Importeur selbst festlegen – es wird in der Konzernzentrale entschieden.

Zweitens: Welche Möglichkeiten haben Sie, die Anzahl der Ladestellen für E-Mobilität zu beeinflussen?

Und drittens: Wie können Sie verhindern, dass das Auto weiterhin belastet und damit individuelle Mobilität noch teurer wird? (Gut, Sie können das Volksbegehren zur Entlastung der AutofahrerInnen von Gerhard Lustig unterzeichnen.)

Den demografischen Wandel werden Sie nicht ändern können und Sie werden mit Nachdruck junge Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen suchen. Damit bin bei meinem Thema gelandet, weil ein junger Mitarbeiter, eine junge Mitarbeiterin ist hoffentlich bereits in Ihrem Unternehmen tätig: Ihr Nachfolger/Ihre Nachfolgerin!

Vergeuden Sie nicht Kraft und Energie mit Themen, deren Entwicklung außerhalb Ihres Einflussbereichs entschieden wird. Nehmen Sie das Thema Generationenentwicklung inkl. Ausbildung und Nachfolgeregelung auf Ihre Agenda.

Junge Menschen (Söhne und Töchter) bringen frischen Wind ins Unternehmen.
In diesen Zeiten des Umbruchs brauchen Sie einen Sturm der Veränderung.

Ihr Sohn, ihre Tochter ist in der digitalen Welt aufgewachsen und – richtig beobachtet – Digitalisierung ist eine der Herausforderungen.

Alle reden zwar von der Digitalisierung – auch die Entscheider im Kfz-Gewerbe. Doch wenn es darum geht, digitale Tools und Wege zu finden, die die tägliche Arbeit der vorhandenen Mitarbeiter wirklich erleichtern, dann wird es kompliziert. Viele Kfz-Betriebe kennen die Tools nicht oder sind von den Angeboten überfordert.

Ihre Kinder können das – Sie müssen es nur anstoßen. Ihre Nachfolger und Nachfolgerinnen bekommen beim Thema Digitalisierung ein wichtiges, eigenes Betätigungsfeld, das auch für Ihr Unternehmen spielentscheidend sein wird. Lassen Sie los bei einem Thema, das Ihre Tochter/Ihr Sohn sicher besser bearbeiten kann!

Digitale Technologien sind gute eine Möglichkeit, um den bestehenden Arbeitsaufwand zu minimieren oder wiederkehrende und langweilige Aufgaben auszulagern. Vorhandenes Personal kann so mit Hilfe von digitalen Tools entlastet und effizienter eingesetzt werden. Diese Investitionen machen Kfz-Betriebe unabhängiger vom Fachkräftemangel und fit für die Zukunft.

Und beim Mangel an Fachkräften und engagierten MitarbeiterInnen wird Ihr Unternehmen auch neue Wege gehen müssen. Social Recruiting von Facebook über willhaben.at bis TikTok sind hier die Schlagworte. Sie hören schon das stimmige Argument: Auch in diesen Bereichen ist die nächste Generation sattelfester und – im wahrsten Sinne des Wortes – besser vernetzt.

Oder wollen Sie selbst auf TikTok auftreten und für neue Lehrlinge werben?
Starten Sie so früh wie möglich!

Betrachten Sie diesen Prozess der Generationenentwicklung bitte nicht nur aus dem Blickwinkel der Nachfolgeregelung. Betrachten Sie die Generationenentwicklung als wichtigen Beitrag, das eigene Unternehmen mit eigenen Kräften für die Zukunft zu rüsten. Die Nachfolgeregelung ist dann nur einer von vielen Meilensteinen. Auf diesem Weg wird Ihr Sohn oder Ihre Tochter für die Themen Digitalisierung, Recruiting aber auch Kommunikation und Kundenbetreuung neue, den Anforderungen der Zeit entsprechende Konzepte entwickeln. Parallel zu Ihrer eigenen Tätigkeit im Tagesgeschäft, das für die Absicherung der Ertragslage genauso wichtig bleibt.

Und wenn dann – in 5 bis 10 Jahren – die Zeit gekommen ist, eröffnen Sie das Thema der Nachfolgeregelung. Mit der Vorbereitung als Generationenentwicklung wird auch dieser schwierige Prozess deutlich leichter.

Nachfolge im Unternehmen bleibt trotzdem eine einmalige Herausforderung. Sie gehört zu den wichtigsten und schwierigsten strategischen Aufgaben einer verantwortungsbewussten Unternehmensführung.

Machen Sie das wirklich Wichtige richtig und vergeuden Sie nicht Ihre Kraft und Energie mit Themen, die Sie nicht beeinflussen können. Engagieren Sie einen Sparringpartner, der Ihnen immer wieder hilft, die Spur zu halten.

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