Das After-Sales-Geschäft läuft grundsätzlich gut, zumindest bis zum Sommer waren die Werkstätten heuer stark ausgelastet. Der Hauptgrund dafür ist die seit über zwei Jahren andauernde Neuwagen-Krise: Der fehlende Nachschub hat dafür gesorgt, dass der Instandhaltungsaufwand gestiegen ist. Der sich laufend zuspitzende Fachkräftemangel sorgt zusätzlich für Engpässe in den Werkstätten. Zuviel Arbeit fühlt sich grundsätzlich besser an als zu wenig. Doch so einfach ist es freilich nicht. Zuallererst werden mit Wartezeiten und Überlastung Stammkunden vergrämt.  

Die bislang hohe Auslastung in Verbindung mit dem Fachkräftemangel verhindert zudem, dass die Kfz-Unternehmer ihre Mitarbeiter (und sich selbst) auf Schulung schicken. Ebenso wenig wird engagiert nach neuen Kräften (ausgebildeten Mitarbeitern bzw. Lehrlinge) gesucht.

Dabei darf die momentane Situation nicht davon ablenken, dass die Kfz-Branche vor dem größten Wandel der Geschichte steht. Elektrifizierung, Digitalisierung und die wachsende Elektronik (samt Assistenzsystemen) verändern die Arbeit, die Technik und die Anforderungen in den Werkstätten deutlich.

Trotz dieses Ringelspiels an Herausforderungen braucht es eine strategische Ausrichtung: Welche Marken möchte ich in meinem Betrieb betreuen, ab welchem Fahrzeugalter will und kann ich die Fahrzeuge servicieren und reparieren, wie sieht der Fahrzeugpool in meiner Region aus und wie ist der derzeit betreut? Liegen die Chancen eher im Privatkunden- oder im Flottenbereich. Und vor allem: Wie bekomme ich die Mitarbeiter für die zukünftig noch herausfordernden Tätigkeiten?

Die hohe Inflation und die hohen Energiekosten beeinträchtigen – verständlicherweise – auch noch die Investitionsvorhaben. Es ist allerdings höchste Zeit sich mit den kommenden Herausforderungen auseinander zu setzen und strategisch zu planen.

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