Seit geraumer Zeit sorgen die Bauarbeiten zur Verlängerung der U2 im 7. Bezirk für eine nie dagewesene Parkplatznot: Ersatzparkplätze sind rar, und der Erwerb eines kostenpflichtigen Parkpickerls für Bewohner, die sich (die oftmals sündteuren) Garagen nicht leisten können – ist wie auch in praktisch allen anderen Wiener Bezirken unvermeidbar. Eine „Parkplatzgarantie“ ist in der städtischen Parkplatzmiete freilich nicht inbegriffen – aber gleichzeitig darf sich die Stadt Wien über üppige Einnahmen freuen.

Doch der 7. Bezirk legt noch eins drauf: Statt leidgeprüften Anrainern Alternativen anzubieten, setzen die Grünen am Neubau ihren Feldzug gegen die – offensichtlich – verhassten Autos konsequent und ohne Rücksicht auf Verluste fort. Der grüne Masterplan umfasst vor allem die konsequente Vernichtung von Parkraum: Dabei sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt, wie sich an einem (von vielen) Beispielen beweisen lässt: So „sprießen“ etwa an allen Ecken und Enden sogenannte „Grätzeloasen“ – umrahmte Holzbänke, zum Teil „geschmückt“ mit (ungepflegten und traurig dahinwelkenden) Pflanzen – die Anrainern „Erholungsraum“ mitten im Verkehr bieten sollen und locker jeweils zwei bis 3 Parkplätze „kosten“. Mit einem Augenzwinkern werden diese Mini-Schanigärten ohne Funktion präsentiert – freilich ohne entsprechende Evaluierung: Die stressgeplagten Anrainer nehmen sie jedoch gar nicht in Anspruch, von ihnen fehlt weit und breit jede Spur. Kein Wunder, wer sucht schon gerne in der Gluthitze und mitten im Verkehr Erholung in einer Oase, die eher einer Betonwüste gleicht?  

Das zeigt einmal mehr, was wirklich hinter diesem (leider nicht unerfolgreichen) Vorgehen steckt: Den Wienerinnen und Wienern soll das Autofahren derart vergällt werden, bis sie endgültig das Handtuch werfen und sich, der ständigen Parkplatzsuche überdrüssig, von ihrem Pkw trennen.

Die Einführung des Parkpickerls haben die Wiener Grünen seit jeher vehement unterstützt und vorangetrieben. In den von ihnen regierten Bezirken versprachen sie den Anrainern gebetsmühlenartig Erleichterungen bei der Stellplatzsuche. Kaum wurde dort die Parkraumbewirtschaftung eingeführt, trat auch gleich Schritt 2 des Masterplans in Kraft: Mit dem Argument, dass nun mehr freie Parkplätze zur Verfügung stünden (was in den Innenbezirken nie der Fall war), und als „Freiraum“ für Bewohner genützt werden müssten, wurde der Parkraum sukzessive und brutal reduziert – die Parkraumnot ist mittlerweile größer als in den verblichenen „pickerlfreien“ Zeiten.

Gleichzeitig wächst auch zunehmend die Anzahl jener, die auf der Suche nach einem Stellplatz verzweifelt in den Gassen kreisen. Eine enorme, zusätzliche Belastung für die Anrainer und die Umwelt, die aber von den hier wurschtelnden Politikern ganz bewusst in Kauf genommen werden dürfte – Hauptsache es geht gegen das Auto.

Besonders absurd: In der von der grünen Ministerin Gewessler und ihrem Umfeld kreierten und bereits vom Nationalrat abgesegneten 33. StVO-Novelle findet sich auch folgender Passus (§7 Abs.6): „Mit Kraftfahrzeugen ist es verboten, dieselbe Straße oder dieselben Straßenzüge innerhalb eines örtlichen Bereiches ohne zwingenden Grund mehrmals hintereinander zu befahren oder den Motor am Stand länger als unbedingt notwendig laufen zu lassen.“

Den zwingendenden Grund dafür liefern aber die Grünen selbst – mit ihrem bereits pathologischen Autohass, dessen Auswirkungen leider auch für die lokalen Kfz-Betriebe zum Teil bereits spüren. Dass deren Kunden immer weniger werden, lässt sich an der Zahl der in der Bundeshauptstadt zugelassenen Autos pro 1.000 Einwohner belegen: Die entwickelt sich bereits seit Jahren konsequent rückläufig. Die Aussichten auf Wachstum für Autohäuser oder Werkstätten rücken damit wohl in weite Ferne: Ihnen bleibt nur, sich auf die verbleibenden, weniger werdenden Kunden zu konzentrieren und neben den täglichen Herausforderungen – auch mit dem Parkzonenthema – neue Geschäftsfelder zu erkunden.

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