Das „öffentliche Forum“ für Schlüsselfragen und gemeinsame Schritte rund um saubere, dekarbonisierte, erschwingliche Mobilität sei für die Bürgerinnen und Bürger auf der ganzen Welt konzipiert, betont Stellantis-CEO Carlos Tavares.
Mit dem Austritt von Stellantis, der mit Strategiedifferenzen zwischen ACEA-Präsident Oliver Zipse und ACEA-Vorstandsmitglied Tavares um das Verbrennerverbot des EU-Parlaments 2035 in Zusammenhang gebracht wird, verliert der Herstellerverband ein zunehmend wichtiger gewordenes Mitglied und mit 16 Automarken einen wohl nicht zu vernachlässigenden Financier. Die früher demonstrativ nach außen getragene Geschlossenheit der Autobauer ist jedenfalls Vergangenheit.
Der Exodus des zweitgrößten Herstellers Europas, der den Interessenverband auch punkto Bedeutung enorm schwächt, wirft außer der Frage nach der Höhe der finanziellen Einbußen, die der Lobbyverband durch den spektakulären Abgang hinnehmen muss, auch die strategische Frage auf, ob die damit zweifellos geschwächte ACEA in Zukunft mit heftigem Gegenwind seitens ihres abgesprungenen Mitglieds rechnen muss? In Zeiten wie diesen könnten sich damit die Kontroversen verstärken, die langfristig auch Kunden massiv verunsichern.
Auszubaden hätte solche Uneinigkeit der Auto-Giganten einmal mehr der Handel, der angesichts langer Lieferzeiten, mangelnder Verfügbarkeit der Ware täglich ohnehin ungeduldige und frustrierte Käufer beruhigen muss. Über ihm schwebt gleichzeitig das Damoklesschwert infrage gestellter Markenpartnerschaften und der Ertragskraft neuer Vertriebsmodelle und damit verbundener möglicher Einbußen, die wohl manchen Betrieben die Existenz rauben dürften.
War das Büchl-Urteil bezeichnend dafür, wie Stellantis mit den Partnern, die noch auf ihre Verträge warten, umgeht? Die (wohl nicht so rosige) Zukunft wird zeigen, welche Rolle die treuen Vertriebspartner, bis dato seit vielen Jahrzehnten unverzichtbarer Teil der Erfolgsgeschichte des Automobils, auch bei Konzernen, die so umweltbewegt tönen, noch spielen dürfen.
Ein Vers im Epos Aeneis des großen römischen Dichters Vergil enthält den Konzernnamen des viertgrößten Autobauers der Welt: "Aurea nunc solio stellantis regia caeli accipit, et numerum divorum altaribus auget – Er, den jetzt auf den Thron die goldene Burg des gestirnten Himmels erhebt, durch ihn die Altäre der Götter zu mehren."
Wenn da nicht noch jede Menge Sternenstaub aufgewirbelt wird!
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