Der 35-jährige Meister mit 14 Angestellten im klassischen freien Fahrzeuggewerbe sieht ausreichend Marktbedarf für E-Autos fremder Herkunft. So hat er gleich 100 weitere Fahrzeuge geordert und 2022 will er 300 davon allein in Österreich absetzen.
Dagegen hat wiederum Elaris aus dem deutschen Grünstadt etwas einzuwenden, die für sich die Skywell-Importrechte für Deutschland und ab 2022 auch in Österreich in Anspruch nimmt. Elaris hat über eine Linzer Anwaltskanzlei gegen Resch ein Abmahnungsverfahren eingeleitet. Details dazu finden sich in unserer dieswöchigen AUTO-Information 2597.
Das stört manch organisierten Markenhändler ebenso wenig wie Service-Systempartner aus dem Kreis von Bosch oder Euromaster, die sich Chancen ausrechnen, am E-Auto-Boom partizipieren zu können. Das Argument „Fahrzeugverfügbarkeit“ erzeugt kraft der Nachfrage enorme Anziehungskraft, weil etablierte Marken Lieferprobleme haben.
Laut Importeuren, die es wissen müssen, kursieren allein aus China über 100 Marken, die ihre E-Autos bei uns an den Kunden bringen wollen. Verträge sind meistens eine Marathonangelegenheit oder unkontrolliert unterschrieben teure Makulatur. Wir in der Redaktion kennen Leute, die finanziell schmerzhafte Erfahrungen damit gemacht haben. Aber: Liefern gegen Vorauskassa können sie!
Angst vor allfälligen Abwicklungsproblemen oder Totalausfall durch „Privat“-Importeure haben die wenigsten, wie wir auch im Gespräch mit einem Tiroler Anwärter auf „exklusive“ Chinesenware erfahren haben. Eine „Rückhaftpflichtversicherung“ soll die nötige Sicherheit des nicht unbilligen Warenimports bieten. Und das mit den Typisierungspapieren werde sich auch regeln lassen. Jedenfalls gehen die Markterwartungen solcher Leute gleich in mehrere hundert Stück.
Es ist Aufbruchsstimmung im Autoland Österreich und viele mit etwas Geld in der Tasche riskieren halt mal ein unbekanntes E-Auto-Engagement. Vielleicht schreibe ich über eine neue Vermarktungskultur, die sich über diese Schiene den Weg in die Zukunft bahnt, vielleicht aber auch nur darüber, dass Autohändler ihr Heil in der großen weiten Welt suchen, E-Fahrzeuge dann der lokalen Kundschaft offerieren zu können.
Der Arbeitskreis der Automobilimporteure verzeichnet jedenfalls Bewegung und in Kürze wollen neue Namen im Importeursverzeichnis Eingang finden.
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