Von Jänner bis Oktober lag die Zahl der Pkw-Neuzulassungen mit 204.636 bereits um 0,1 Prozent unter jener des Vorjahreszeitraums (204.913). Ob das bereits magere Vorjahresgesamtergebnis mit 248.740 Pkw-Neuzulassungen heuer überhaupt noch erreicht werden kann, steht in den Sternen. Der neuerliche Lockdown zum Jahresende wird – wie bereits die vorhergehenden Sperren – die Kauflaune der Kunden abermals trüben und diese einmal mehr verunsichern.

Weitere Gründe sind wohl einerseits die mit der Halbleiterkrise begründete mangelnde Verfügbarkeit, andere Lieferprobleme könnten auch „hausgemacht“ sein. Vor allem Modelle mit höherem CO2-Ausstoß dürfte so mancher Autobauer noch bis über den Jahreswechsel „zurückhalten“, um drohenden höheren Strafzahlungen wegen Nichterfüllung der CO2-Ziele zu entfliehen.

Fakt ist: Mit der Ware fehlt Import und Handel der Umsatz. Da hilft es auch wenig, wenn viele Auftragsbücher voll sind: Jeder Betrieb hat Fixkosten, die er stemmen muss. Mit einem hohen Anteil von Fremdfinanzierungen und aufgrund der sonst üblichen Zahlungsziele laufen Betriebe Gefahr, Kredite nicht mehr bedienen zu können, wenn die Geduld der Banken die besondere Situation nicht mit berücksichtigt. Stellen sie ihre Kredite wie üblich fällig, kann das der Anfang vom Ende sein. Nicht zuletzt deshalb rechnet mancher Brancheninsider bereits mit einer im kommenden Jahr drohenden Insolvenzwelle.

Weil das Ende des derzeitigen Ausnahmezustands nicht absehbar ist, benötigt der Automobilhandel gerade jetzt neben staatlichen Maßnahmen vor allem auch die Unterstützung der Hersteller: Denn bricht diesen ihr Vertrieb weg, haben auch sie – und nicht nur viele in der Branche Beschäftigte – wohl ein gröberes Problem.

Zündende neue Ideen, um den Gordischen Knoten zu lösen, sind daher gefragter denn je!