Der Branche laufen im wahrsten Sinne des Wortes die Verkäufer davon. Die Lieferkrise reduziert die Verdienstmöglichkeiten auf ein – für viele – nicht mehr akzeptables Maß. Dazu kommt der Ärger der Kunden, die viel zu lange auf ihr Fahrzeug warten müssen.

Derweil suchen viele Branchen händeringend gute Mitarbeiter. Sind die Verkäufer also noch zu halten? Es handelt sich dabei vermutlich nicht nur um ein kurzfristiges Problem. Zum einen, weil die Lieferprobleme länger dauern werden, als derzeit prognostiziert wird. Und weil sich für Händler wie Verkäufer die Frage nach der Perspektive stellt. Hat der Händler in zwei Jahren noch einen Vertrag, wie stark verbreiten sich Agentur-Verträge und Online-Vertrieb?

Dabei muss die Frage der Marke proaktiv gelöst werden. Viele Händler sind in der Schockstarre und hoffen darauf, dass ihnen der Importeur wohlgesonnen ist. Aber diese Zeiten sind vorbei. Viele etablierte Marken setzen zukünftig auf größere Partner, gleichzeitig kommen neue Marken dazu.

Die Händler müssen nun agieren, nicht reagieren. „Pass ich bei meiner Marke noch ins System? Bin ich noch erwünscht? Kann ein Agentur-Vertrag funktionieren? Gibt es Möglichkeiten, mit anderen Herstellern, oder ohne? Kann man Neuwagen, Jungwagen oder Gebrauchtwagen über andere Partner oder Kanäle beziehen? Reicht das gute Werkstatt-Geschäft ohnehin aus?“ Das Marken-Roulette erfährt gerade eine unglaubliche Dynamik, dabei müssen die Händler sehen, welche Rolle sie in Zukunft spielen wollen, können und dürfen! 

Nur damit beantwortet sich auch die Frage, ob man den Verkäufer langfristig auch entsprechend bezahlen kann.

Lesen Sie dazu auch das Schwerpunkt-Thema zur Verkäufer-Problematik, das in der kommenden AUTO & Wirtschaft 11/21 erscheint!


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