Tatsache ist: Viele Autobauer können die vom Handel dringend benötigte Anzahl – auch bereits verkaufter – Fahrzeuge nicht liefern und der Handel muss seine Kunden mit unüblich langen Wartezeiten konfrontieren – wie auch jüngst Einzelhandelssprecher Stefan Hutschinski in der ORF-Sendung „konkret“ betonte. Plötzlicher Bedarf ist da nicht vorgesehen, so mancher wird seinen Gebrauchten angesichts steigender Restwerte weiterfahren, sich den Neukauf nochmals überlegen. So geht dem Handel nicht nur Neu- sondern auch Gebrauchtgeschäft verloren.

Ähnliches trifft auch auf viele der stark nachgefragten leichten Nutzfahrzeuge zu, die – noch bis Ende Mai zur Lieferung vor der NoVA-Einführung – bestellt worden waren, nun doch nicht zeitgerecht bis Ende Oktober geliefert – und damit NoVA-pflichtig werden dürften: Gewerbekunden brauchen dann ein Fahrzeug zur Überbrückung, nicht nur der Rücknahmepreis, sondern auch die Ergebnisrechnung stimmt dann nicht mehr.

Auf der Strecke bleibt in jedem Fall der Autohandel, bei dem nicht nur die Umsatzrückgänge trotz des zusätzlichen Finanzierungsbedarfs und steigenden Kosten zur Besänftigung unzufriedener Kunden gegenüber stehen und der gleichzeitig mit verunsicherten oder unzufriedenen Mitarbeitern, die gute Arbeit zu leisten bereit sind, Probleme bekommt. 

Sollten Teile des Autohandels darüber noch nicht mit „ihren“ Herstellern gesprochen haben, ist es spätestens jetzt Zeit, Tacheles zu reden: Auch wenn der Importeur die Lieferkrise nicht ausgelöst hat: Der Handel hat das vorhersehbare Nichterreichen der Jahresziele definitiv nicht verursacht. Daher ist nun höchste Eile geboten, darüber zu sprechen, wie die Entschädigung des Handels erfolgen kann.

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