Bis zu den nächsten Parlamentswahlen rettet vor allem unsere strafunmündige Jugend per Meinungsokkupation das Weltklima. Ob konventionell oder elektrisch, politische Konzepte für den wirtschaftlichen Zusammenhalt bleiben zunächst auf der Strecke. 

Währenddessen küssen die CEOs der Autoindustrie den Weltverbesserern die Gamaschen und bekommen vor lauter vollmundigen Versprechungen das Rückgrat kaum mehr gerade. 

Dabei hat nahezu jeder dieser global orientierten Konzerne – ob Hersteller oder Zulieferer – Militärtechnologie in der Hinterhand. Das dürfte den Klimaaktivisten nicht geläufig sein oder interessiert sie einfach nicht. 

Signifikant zu sehen war das auf der IAA Mobility, wo Dassault Systemes, getarnt als 3D-Experience-Company, sich als Mobilitätsspezialist gerierte, obwohl vom Mutterkonzern gelieferte Flugzeuge und Raketen an vielen Krisenherden dieser Welt ihre zerstörerische Kraft ausprägen.  

Ans Kriegsgerät haben sich die Umweltaktivisten bislang nicht angekettet oder angeklebt. Das ist ihnen dann doch zu lebensbedrohlich. Lieber schreien sie meist tanzend und trommelnd im politisch geschützten Raum gegen das Auto vor ihren Wohnungen in der Stadt. 

Ganz anderes bei der A&W Fleet Convention in der Wiener Hofburg. Als Dr. Christian Pesau zu seinem Vortrag anhob, wurde es still im Auditorium. Der Geschäftsführer der Automobilimporteure-Vertretung desillusionierte die 500 BesucherInnen in ungewohnt klaren Worten, dass wir von der Wirtschaftspartei keine Hilfe erwarten dürfen. Ganz im Gegenteil lassen sie ihren grünen Machterhalter gegen die Autohalter nach Belieben schalten und walten. 

Die Politik hat echt den Knall der Unternehmerbasis nicht gehört! Wie kann man so irre sein und die vorhandenen wirtschaftlichen Werte einfach über Bord werfen? Die Generation, die heute das Auto verdammt, wird morgen darauf Antworten suchen, mit dem konventionellen Auto aus diesem Schlamassel halbwegs unbeschadet wieder rauszukommen. 

Nimmt man dem bislang soliden Steuerleister Auto die Wirkung, muss an anderer Stelle eingespart werden, was zuvor im Wahlkampf versprochen wurde. Das wird sich bei den kommenden Nationalratswahlen für die jetzt Regierenden rächen. 

Ungeachtet dessen posaunen viele Autohändler hinaus, wie trotz Chipmangel und Lieferproblemen ihre Geschäfte gut laufen. Natürlich ist das nur die halbe Wahrheit, denn ohne Kundenauslieferung fließt weniger Geld, die Verkäufer bekommen kaum Provisionen und die Marken kämpfen mit frustrierten Käufern um ihre Reputation. Rechtliche Auseinandersetzungen über Ausfallshaftungen werden sich häufen, ebenso Kündigungen von Personal. 

Indes entscheiden PolitikerInnen über Dinge, die sie nie in der Praxis wahrgenommen haben. Sie positionieren sich für Bewegungen wie „Fridays for Future“ und Warnrufe aus der Wirtschaft werden „Message controlled“ unterdrückt.

Mit einem Klimaschutz der Askese, des Verbots und Verzichts wird man vielleicht „Moral-Weltmeister“, sicher aber Abstiegskandidat aus der Wirtschaftsliga. 

Das Ziel der aktuellen Regierung ist freilich die rigide Förderung der Zero-Emission-Fahrzeuge, bis es nicht mehr interessant ist, ein Firmenfahrzeug mit konventionellem Antrieb zu fahren. Eine weitere Verlängerung der NoVA-Übergangsphase, die aufgrund der Lieferschwierigkeiten viele Autohändler betrifft, fördert Rechtsstreitigkeiten, wenn Fahrzeuge zu spät ausgeliefert werden können. Wenigstens das Rechtsprechungsgewerbe findet dauerhafte Auslastung. 

Der A&W-Verlag bildet ein breites Meinungsspektrum ab. Kommentare müssen nicht der Meinung des Verlages entsprechen.