Mehr als drei Jahre lang wurde entwickelt, Dutzende Techniker aus aller Welt waren in das Projekt eingeweiht. „Das Schwierigste war, alles geheim zu halten“, sagt Werner Lanzerstorfer, Chef von PPG in Österreich. Doch es ist gelungen. Als am Abend des 26. Juni in Madrid der Vorhang gelüftet wurde, waren die „Ooohs“ und „Aaahs“ im Saal deutlich zu hören. Und als das Gerät später ganz detailliert präsentiert wurde, waren die Fragen zahlreich – und die Antworten ebenso.
Die Zielsetzung laut PPG-Geschäftsführer Michael H. McGarry: „Eine Anlage, mit der Sie in Ihrem Geschäft noch produktiver sein können.“ Tausende Stunden, so hieß es zu Beginn der Präsentation, hätten PPG-Mitarbeiter ihren Kunden zugehört und geschaut, was ihnen fehlt. „Das Mischen der Farbe lieben Sie am meisten“, sagte PPG-Manager Alban d’Epenoux zu den anwesenden Kunden: „Aber gleichzeitig ist es auch manchmal Ihr größtes Problem.“
Was er damit meinte? „Wir glauben, dass der Lackierer beim händischen Mischen in etwa jeder fünften Mischung einen Fehler macht. Wenn automatisch gemischt wird, gibt es solche Fehler nicht mehr.“ Dadurch muss der Betrieb auch weniger Lack wegwerfen, was Geld spart. Der Hersteller spricht von 9 Prozent Ersparnis in diesem Bereich.
Ziel von PPG war es, einerseits eine Anlage zu entwickeln, die nicht zu schwer zu bedienen sein soll: „Jede einzelne Minute zählt im Betrieb: Wenn eine Mischung, die zwischen 9 und 15 Minuten dauert, von der Anlage gemacht wird, hat man mehr produktive Zeit in der Lackiererei.“
Die Anlage ist 2,80 Meter breit und rund 2,20 Meter hoch: Sie ist für alle gängigen Mischlacke geeignet. Der Touchmix Express (ein Computer mit großem Touchscreen) ist fix integriert und gibt genau vor, welche Farbbehälter der Lackierer einklinken muss. Der Rest erfolgt dann vollautomatisch, die Waage misst auf 0,05 Gramm genau.
Andererseits könnten Betriebe, die eine derartige Mischanlage haben, auch qualifizierte Mitarbeiter anlocken – nicht nur in Österreich ist ja der Fachkräftemangel ein Problem. Auch für Lehrlinge könnte eine solche Anlage wie ein Magnet wirken, glaubt man bei PPG.
Dritte Zielsetzung von PPG war es, die Anlage gemeinsam mit dem italienischen Produzenten zu einem möglichst erschwinglichen Preis auf den Markt zu bringen: „Damit nicht nur wirkliche Profis, die es sich leisten können, damit arbeiten, sondern möglichst die ganze Branche.“
Die erste Anlage in Österreich steht seit Anfang Juli im PPG-Schulungszentrum in Salzburg: „So wollen unsere Außendienstmitarbeiter unseren Kunden, die nicht in Madrid waren, die Vorteile von MoonWalk zeigen“, sagt Lanzerstorfer. Rund 700 Kunden, die Bedarf an derartigen Anlagen hätten, gibt es bei PPG in Österreich. Lanzerstorfer: „Ich schätze, dass sich etwa 100 von ihnen für MoonWalk entscheiden werden.“
Die Auslieferung in Österreich soll ab September erfolgen. Wer den Preis – 18.300 Euro exkl. MwSt. – nicht bezahlen will, kann sich auch für eine Leasingvariante entscheiden.
