Seine unternehmerische Eigenständigkeit hat der Volkswagenkonzern längst an China abgegeben, dort ist ihr größter Absatzmarkt. Der Verkehrswende in Europa sind somit keine Grenzen gesetzt. Also begibt sich Herr Diess in aller Ruhe zu Markus Lanz im ZDF Talk in den Beichtstuhl.

Dem Mainstream folgend misst er dem Klimawandel große Bedeutung zu, schließt in Europa Fabriken, um in China für die Batterieproduktion 2 neue zu bauen. Ein Drittel der weltweit 650.000 VW-Mitarbeiter verliert den Job. So nebenbei entfallen in der Zulieferindustrie weitere 500.000 Arbeitsplätze, antwortet Diess seelenruhig auf die Fragen von Lanz. Er nimmt den Verlust von Arbeitsplätzen in Kauf, um den Mobilitätswandel zu schaffen. Wissend, dass das E-Auto ohne Subventionen und Regulierungen nicht lebensfähig ist. Wer in aller Rigorosität gefragt für die ausfallenden Steuereinnahmen aus Mineralölsteuer, Kfz-Steuer, Versicherungssteuer, bei uns die Luxussteuer, Maut und Parkgebühren aufkommen soll, die der Staat braucht, bleibt unbeantwortet. Da wurde auch der sonst so wortflinke Lanz kleinlaut und machte sich Sorgen um die vielen Existenzen, die vom konventionellen Auto abhängen.

Nebenbei bestätigt Diess mit einem klaren „JA“ Volkswagens Dieselbetrug und erklärt die Sinnlosigkeit der Hardware-Nachrüstung von abgasmanipulierten VW-Fahrzeugen.

Die Profitabilität sinkt auf breiter Front, und wenn sich die aktuelle Absatzschwäche fortsetzt, werden wir verstärkt Preisrallyes sehen, die die Margen noch weiter belasten werden, betonen reihum Automarktexperten. Um die explodierenden Kosten in den Griff zu bekommen, gehe der Trend zu mehr Kooperationen und sehr weitgehenden Partnerschaften. Eines haben sie gemeinsam: Sie setzen überall den Rotstift an! Wachstum belebende Alternativen zur Mobilitätswende? Fehlanzeige! 

E-Mobilität und autonomes Fahren kosten die gesamte Autoindustrie Milliarden. Zugleich schwächeln bei vielen die Verkaufszahlen. Das wird Folgen haben. Handel und Service bekommen die Ausläufer dieser Entwicklung zu spüren.

Der fortgesetzte Absatz- und Gewinnschwund bei vielen Autokonzernen dürfte den Trend zu Kooperationen und Fusionen in der Branche noch verstärken. Eine Marktbereinigung ist unausweichlich. Diess hingegen redet telegen den Klimaschützern das Wort, spricht seelenruhig vom Stellenabbau und keiner in der Runde regt sich darüber auf. Die der Diskussion beiwohnende Energieökonomin und Beirätin im WIFO, Claudia Kemfert verstieg sich gar zu der Annahme, individuelle Mobilität brauche künftig keine im Privatbesitz befindlichen Autos mehr. Auch darauf fand Diess nur ein mildes Lächeln. Wenn einem da nicht das Lachen vergeht ... •