Klimawandel und Disruption in allen Denksituationen prägt seit Monaten im Privatkäuferkreis Kaufunlust für Neuwagen aus. Mit der Dieselkrise hat die Autoindustrie sich zwar selbst Feuer unter den Hintern gelegt, mit der Regierungskrise entwickelt sich das ganze zum Flächenbrand. Der sonst gerne optimistisch formulierende Markenhandel spricht Land auf Land ab offen von einem Desaster. Einzelhandelssprecher Josef Schirak nimmt sich davon nicht aus. Natürlich sprechen Lobbyisten von stabilen Verhältnissen, auch wenn das polittaktische Verhalten aktuell wie ein Brandbeschleuniger wirkt. Und nichts öffnet einem die Augen mehr, als Freunde zu haben, die ganz anders sind.

Aber so ist es, wenn man sich politisch mit falschen Fellträgern ins Bett legt; man wacht danach mit braunen Zecken auf. Was den Nationalrat nicht weiter zu tangieren scheint, berührt die Wirtschaftstreibenden umso mehr. Die NoVA-Thematik wie auch andere Steuerfragen hängen in der Luft und für den Autohandel kann das sehr teuer werden. Pardon! Natürlich zahlt alles letztendlich der Käufer.

Vermehrt stöhnen die Händler unter Kaufzurückhaltung und was an Fahrzeugen geordert wird, ist über Monate nicht lieferbar. Das zehrt an der Substanz der Betriebe und die noch recht ordentliche Werkstattauslastung taugt immer weniger der Autohändler Finanzhaushalt zu stabilisieren. Burkhard Ernst hat seine Autohaus-Aktivitäten auf einen Standort reduziert, Biegler in Guntramsdorf musste zum Konkursgericht, weil ihm das Geld ausgegangen ist. Still und leise passen Eigentümer ihre Kapazitäten den Kaufkraftrealitäten an, zuletzt haben Wiesinger und Jauernig ihre Standorte weitergegeben, in Vorarlberg streichen 2 langjährige Kfz-Unternehmer die Segel, um Fallbeispiele zu nennen.

Für die politische Landschaft ist der Spuk mit der türkis-blauen Regierung zunächst zu Ende, für die (Auto-)Wirtschaft nicht. Sachpolitisch darf sich der marode Autohandel – aktuell von keiner Partei – Hilfe erwarten und Versprechungen griffen schon zuletzt zu kurz. Faktum ist, die Wirtschaft bleibt mindestens bis Jahresende 2019 allein im politischen Regen stehen. •