Ist es okay, vorrangig mit der Automobilität Panik machend den Zustand auf unserem Planeten zu kritisieren? Nein! Für den Wirtschaftsmotor Auto gedacht, verbirgt sich hinter dem ganzen Klimawandel-Gesudere auch eine ra(s)tlose gewordene (Auto)Industrie. Global ist sie in ihrem Ertragsstreben bald einmal um den Erdball herum. Im Cool Down tarnt sich die Autoindustrie im Klimawandel.

Schicke Studien und geile Animationen dazu sind das eine, der harte Alltag sinkender Produktionszahlen das andere. Vor wenigen Jahren hätten wir uns noch nicht träumen lassen, dass vertraute Automarken aus reinem Gewinnstreben aus Europa verschwinden und uns Millionen Arbeitslose samt die Umwelt belastenden Industrieruinen hinterlassen. Sie ziehen weiter, wo man billiger produzieren kann, verbauen dort neues Grünland, zerstören dort die Ökokultur. Das ist cool, liebe von Thunberg ideologisch verwirrte Kinder!

Klar, was weit weg ist, sieht man nicht und mit dem Handy in der Hand lässt sich locker gegen den globalen Klimawandel und für den Artenschutz die Protestfahne schwingen, nachher geht es zum lokalen Chillen ins nächste Internet-Cafe, wo man sich aktuell über unsere „weltweit unterhaltsame“ Regierungskrise echauffieren darf. Eine steigende Zahl in der Bevölkerung hat bereits Angst, dass sie in Situationen gerät, die sie nicht mehr beherrscht. Aber was interessieren „Friday-for-future“-Demonstranten von Existenznöten geplagte Eltern?

Die Mitglieder der soeben zerbröselnden Regierung haben jetzt andere Sorgen und die handelnden Parteien rücken ihr eigenes politisches Überleben in den Mittelpunkt. Die wachsende Gruppe von Minderlohn-Empfängern kämpft mit ihren gebrochenen Erwerbsbiografien auf verlorenem Posten um ihre Pensionszukunft. Der Autowirtschaft fliegt im Herbst womöglich die ungedeckelte neue NoVA um die Ohren. Aber ist ja egal, zahlen muss es ohnehin der Konsument.

Ich kritisiere in dieser Betrachtung die Medienkollegen: Mit ihrer einseitigen Berichterstattung tragen sie Mitschuld am heutigen Mobilitätszustand. Viele spielen sich auf als Moralapostel und inzwischen bekommt jeder Wegwerf-Tretroller seinen Wegwerf-Akku. Die massenfähige Marktdurchdringung von E-Fahrzeugen bleibt noch lange Illusion, die Benutzung autonomer Fahrzeuge ist noch gar nicht in die Gänge gekommen.

Schalten wir in unseren Lebensräumen stromsparend über Nacht die öffentliche Beleuchtung aus, das Angstgeschrei der selbsternannten Klimaretter nach fehlender Sicherheit wäre infernal.

Ich wünsche mir für meine Nachfolgegeneration, dass sie sich in ihrer Lebensumgebung frei bewegen kann, ohne ständig die Angst um den Planeten vorgehalten zu bekommen. Den wahren Kräften auf dieser Welt ist das nämlich völlig egal.

Aber ich halte inne in meinen Gedanken. Soeben beginnt sich die österreichische Politik selbst zu reinigen, regt sich in mir Hoffnung, damit endlich reales Vorbild für die Weltklimarettung zu sein. •