Bereits bei der im Autohaus abgehaltenen Pressekonferenz zeigte sich „Aufdecker" Rudolf Kainrath, Seniorchef des gleichnamigen Autohauses, davon überzeugt, dass gegen ihn eine Verschwörung im Gange sei. Einerseits eine Immobilie betreffend, andererseits hinsichtlich der Entziehung der „Pickerlberechtigung". So hätten sich in der Region mehrere Vorfälle ereignet, jedoch sei er der Einzige, der sich dem System entgegenstelle und die Finanzkraft dafür habe, wie er damals bei der Führung durch seinen Betrieb betonte.

Zusammen mit seinem Rechtsvertreter Dr. Adrian Hollaender bekräftigten sie, mit Klagen nötigenfalls bis in die höchsten Instanzen zu gehen; auch wurde bei der Pressekonferenz im Juli 2018 das Interesse großer deutscher TV-Sender an dem Fall signalisiert.

Nachdem sich Kainrath aufgrund seiner Anschuldigungen bereits eine rechtskräftige Verurteilung einfing – ein bezahlter gerichtlich angeordneter Widerruf dazu in unserer AUTO-Information ist bereits länger überfällig – landete der Fall mittlerweile im „Hohen Haus": Dr. Alfred J. Noll von der Liste „Jetzt“ eine parlamentarische Anfrage in der es um „Missstände", „Machtmissbrauch" und „unlauteren Wettbewerb" geht.

Es wird ein Zustand skizziert, der kein gutes Licht auf die Kfz-Branche und im Zusammenhang damit, die § 57a-Begutachtung wirft. Wenn es so stimmte. Oder hat sich bei einem ein selbst zurechtgezimmertes Bild verfestigt – und ein Zweiter nutzt die verfahrene Situation? Als Journalist könnte man sich über solche Stories freuen, andererseits fragt man sich schon, ob es in einem Rechtsstaat nicht Grenzen des ständigen Anpatzens geben sollte. Aber das erleben wir anderorts, etwa in der laufenden EU-Wahlauseinandersetzung, ja leider auch nicht anders und ist es müßig, Ratschläge zu geben, die man gerne erteilen würde. •