Alte Loyalitäten in Deutschland werden mit Füßen getreten, der VDA (Verband Deutscher Automobilhersteller) zeigt im Interessenwirrwarr seiner Mitglieder Auflösungserscheinungen. Allein der Aktienkurs bestimmt Wert und Kurs der marktbeherrschenden Konzerne. Wie es Volkswagen und andere Marken bei sich reduzierenden Produktionsraten angesichts der Milliarden Euro verschlingenden Strafen schaffen, bleibt zunächst ein Rätsel.
Die Zerrissenheit der Autobranche wird zum Gaudium der Weltverbesserer vorangetrieben.
Die Schwäche der EU-Gemeinschaft zeigt sich im Handeln der globalen Konzerne wie zum Beispiel bei Volkswagen, die jeden Respekt gegenüber lokalen wirtschaftlichen Notwendigkeiten vermissen lassen.
Traurig auch, im „Autoland Österreich“ zu erleben, wie z. B. der Waldviertler Autozulieferer Pollmann in China von der heimischen Politprominenz vor Ort für seine Investitionen gefeiert wird. Im eigenen Land wird Schmalspur gefahren.
Zunehmend autoritär agierende Populisten mögen gut sein im Zuspitzen von Missständen, sind aber ziemlich mies, wenn es darum geht, mit den neoliberal ausgerichteten Konzernen ausgewogene und akzeptable Lösungen im Respekt vor der lokal werkenden Bevölkerung zu finden.
In Wirklichkeit weicht Volkswagen – „zu hohe Löhne und Produktionskosten“ – mit neuen (!) Produktionsstätten in Billigländer aus und hinterlässt in Form brutaler Einsparungsmaßnahmen ihr Stammgebiet mit den vorhandenen modernen Fertigungskapazitäten dem wirtschaftlichen Schicksal. Und das kleine Autoland Österreich hüpft im Gleichschritt hinterher.
Der 1937 von der Deutschen Arbeitsfront (DAF) gegründete Autobauer sollte sich künftig „Daxwagen“ nennen, wie frustrierte Vertriebspartner lästern. VW notiert aktuell an allen relevanten Börsen der Welt.
Heute ist Volkswagen längst kein Eliteprojekt mehr, sondern ein Versuch, in Zeiten rasanten technischen Fortschritts über nationale Grenzen hinweg unter dem Deckmantel Umweltschutz Sozialkompetenz vorzugaukeln.
Längst nicht mehr offen und fair im Interessenausgleich von Hersteller-, Vertriebs- und Arbeitnehmerinteressen reden sich die Konzernstrategen mit neuen Mobilitätslösungen die Welt schön, applaudiert der im kindlichen Kleid des Klimaschutzes daherkommenden „Friday-for Future“-Bewegung, weil man ansonsten kaum noch die dramatisch sinkenden Produktionsziffern in der Autoindustrie verschleiern kann.
Während die jungen Leute, wie einst die Grünen-Bewegung beim Thema Baumsterben oder Ozonloch, öffentlich über CO2 alterieren, weiter bedenkenlos konsumieren und dabei ihrer als Ergebnis ungezügelter antiautoritärer Erziehungsmethoden uns Eltern und Großeltern Totalversagen gegenüber unserer Umwelt an den Kopf werfen, konzentrieren sich wenige global aktive Konzerne allein auf ihr Gewinnstreben. Den Leuten in den Regionen geht die Kaufkraft verloren. Bald kratzen sie das Geld für die Anschaffung von in China produzierten Gelbwesten zusammen, um zum gegebenen Zeitpunkt nach französischem Vorbild zu protestieren.
Ob dann die mit E-Mobilität hochgerüstete Staatsmacht in der Lage sein wird, wieder Ruhe zu schaffen, entscheiden hoffentlich dann nicht die Massen auf der Straße. Die nicht mitstreiten wollen, vertschüssen sich über die neue Seidenstraße nach Asien (Stichwort Pollmann). Gerade am Umgang mit der Regionalität entscheidet sich die Zukunft der EU, unseres Europa. •
