Der Autobauer Daimler streicht alle Parteispenden, verabschiedet sich Dieter Zetsche mit einer deutlichen Botschaft an die Parteigewaltigen von der Stuttgarter Konzernspitze. Allein im letzten Jahr gab der gebürtige Istanbuler 320.000 € an deutsche Parteien frei. Davon erhielten CDU und SPD jeweils 100.000 €, an die Grünen, CSU und FDP gingen je 40.000 €. Es war sozusagen der Obolus wirtschaftspolitischer Koexistenz.

Mit solchen Parteispenden soll jetzt Schluss sein. Natürlich ist die Entscheidung unabhängig von aktuellen politischen und wirtschaftlichen Ereignissen getroffen worden, Projekten aus den Bereichen Bildung, Naturschutz, Wissenschaft, Kunst und Kultur soll der Vorzug gegeben werden. Über Betragshöhen wird geschwiegen.

Nachdem den deutschen Autobauern gerne Absprachen nachgesagt werden, wäre ein Gleichschritt mit Volkswagen, BMW aber auch Opel und Ford in dieser Frage mehr als logisch.

Im Mai wird Ola Källenius Daimler übernehmen und der neue Chef wird angesichts hoher Entwicklungsausgaben für neue Mobilitätsformen vehement sparen. Auch Herbert Diess in Wolfsburg dreht für seine Konzernmarken an der Kostenschraube, BMW ebenso. Ford und Opel entwickeln darin bereits ihre Meisterschaft, Parteispende mutiert zum Fremdwort. Dass die Chinesen die sich leerenden Parteikassen wieder füllen werden, beflügelt wohl nur Phantasien.

Im Applaus mit den PolitikerInnen vereint, erheben sie sich – kostet ja nichts – vor Klimaretterin Greta Thunberg, werden unter diesem Vorwand mittelfristig allein im deutscheuropäischen Automobilbusiness Millionen Arbeitsplätze riskiert.

Ich will jetzt aber nicht darlegen, welche wechselseitigen Beziehungen zwischen der Umwelt und besonders den deutschen Automarken bestehen, sondern durch den erfolgten Diskurs im Grenzbereich der geldlichen Beitragsleistung nur andeuten, dass Parteispenden sehr wohl mit Emotionen zu tun haben. •