Die jugendliche Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg rettet mit ihren Gleichgesinnten unsere Welt, Tiere dürfen für uns weiter leiden, und Autos sind an allem schuld.
Wenden wir uns der jüngsten „Goldene Kamera“-Verleihung zu. Die perfekt einstudierten Worte der kindlichen Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg wurden immer wieder von honorigem Applaus unterbrochen, am Ende erhob sich das erlauchte Prominentenvolk von seinen Sitzen zu „Standing Ovations“! Manchem Gesichtsausdruck in der live übertragenen TV-Show konnte man angesichts der Heuchelei daraus den ausgestreckten Stinkefinger nachempfinden.
Erst wird das Noch-immer-Kind Greta Thunberg in einer Show für Schauspiel und Gesang geehrt, weil es für mehr Klimaschutz kämpft. Danach schenkt Sponsor Volkswagen einer anderen Gewinnerin einen neuen SUV, damit die zu ihren Castings fahren kann. Die Goldene Kamera für Heuchelei geht an die Goldene Kamera. Hätte „Edelstromer“ Herbert Diess wenigstens einen e-Golf verschenkt, wäre das weniger peinlich gewesen. Das Spiel mit der Emotion hat eigene Gesetze.
Viecher! Die brauchen ihr Tierwohl. „Ja natürlich“ muss man sich dafür einsetzen! Veganes Papperl wird von den Freitagsdemonstrierenden bedenkenlos aus der Plastikverpackung genossen und Drink to Go sowieso. Den Abfall bekommt das Meer und damit die Fische. Die Politik schafft dazu den aktiven Stillstand. Dialog zwischen Elite und Bevölkerung gibt es maximal in diversen Talkrunden. Aufmerksamen Menschen dürfte der subtile Gehalt der Aussage nicht entgangen sein: Die Elite versteht sich schon lange nicht mehr als Teil der Bevölkerung. Die Welt ist kompliziert verrückt!
Das Auto ist die dritte und momentan streitbarste Dimension im öffentlichen emotionalen Spiel der Kräfte. Da ist der Dialog natürlich ein feiner Ansatz. Suchen Sie das Gespräch mit dem Geldadel. Passen Sie die Macher der alleweil goldenen Konzernbilanzen ab – vor dem Yachthafen, auf dem Golfplatz, im Luxushotel. Keine falsche Scheu vor fehlenden Themen!
Das konventionell betriebene Auto ist pfui, helfen Sie den Superreichen sparen, die meisten Autohändler tun das schon und unsere Politiker sind Vorbilder, ohne die neuen technischen Mobilitätssegnungen wirklich nutzen zu wollen. Wer die dräuende Apokalypse auf irgendeinem Landgut fern der wachsenden Krisenschauplätze zu überdauern plant, freut sich gewiss über naive schulschwänzende Menschenkinder, mit denen ohne Nachhaltigkeit das Weltklima im Trockentraining gerettet werden kann. In den Ferien geht es für die gestressten Jugendlichen dann im Flieger ans Meer. Das impliziert immerhin den Optimismus, wir hätten noch eine Wahl am Kreuzungspunkt zum Weltuntergang. •
