Auch die März-Neuzulassungen in Österreich verheißen wenig Gutes. Durch die massiven, von der Globalisierung zusätzlich dynamisierten strukturellen Probleme in der Wirtschaft gehen langsam die Autobesitzer aus. Und man kann es drehen und wenden wie man will: Auch jede noch so geile digitale Mobilitätsform sorgt für keinen Hype.
Über Jahrzehnte wurde durch Tageszulassungen unnatürlich viel in die Statistiken gelogen, wichtig waren die Statistikzahlen. Dem Autohandel geht es wie der Mastgans. Statt des üblichen Lebergewichts wiegen die Lebern zahlreicher Händler bis zum 6-fachen des Normalen. Während die echten Ganslebern einen Fettgehalt bis zu 50 Prozent aufweisen, unterliegt die Ertragskraft im Fahrzeughandel der Schwindsucht.
Dem Autohandel geht längst die Galle über, trotzdem lassen sie sich die Mägen weiter stopfen. Wissend, bei zu hohem Druck kommt es zu Überreizungen und der Tod tritt ein. Im Fachjargon nennt das der Artenschutz Marktbereinigung. Tatsächlich ist die Mortalitätsrate sehr hoch geworden. Um das unternehmerische Sterberisiko zu senken, werden allerlei Tricks angewendet, zunächst die Leute an der Vertriebsbasis krepieren zu lassen. Jetzt macht sich aber auch bei den Autobauern und Zulieferern blankes Entsetzen breit, denn im aktuellen, dem Klimaschutz gewidmeten Weltumarmungsprozess gehen die Gänse aus, die das alles fressen sollen.
Jeder weiß um den Gesundheitszustand der Wirtschaft Bescheid, dennoch werden die Händler weiter durch ihre Markenschleusen getrieben und dort in engen Kalkulationsräumen fixiert. Der eigentliche Mästungsvorgang dauert in der Regel maximal die letzten Tage im Monat, wenn die Vertriebsleute ihre Überlager mit fetten Stückzahlprämien abschlagen müssen. Diese Scheinerträge brauchen sich durch träge Standzeiten wieder auf oder fallen den geforderten Standards zum Opfer. Hungern durch Mästung lässt sich der Fatalismus pflegen.
Diese Mastform wird leider auf der ganzen Welt angewendet und keine gesetzliche Auflage gebietet diesem Treiben Einhalt. Die Gänse in ihren Glasverschlägen halten weiter ihre Schnäbel offen, um möglichst viel Mobilitätsware hineingestopft zu bekommen.
Auch wenn vielen die Galle dabei übergeht, die Bitterkeit dieser Entwicklung wird bei Händlertagungen mit einem Glas Schnaps gelindert, denn Champagner wird schon lange mehr keiner gereicht. Guten Appetit!