Vor allem müsse der Verband der Automobilindustrie (VDA) von der Strategie der „Technologieoffenheit“ abrücken und dafür sorgen, dass alle Kräfte ausschließlich auf die Durchsetzung des Batterieautos konzentriert würden. Entwicklung und Förderung von Fahrzeugen mit Brennstoffzellen, Gasantrieben und anderen umweltfreundlicheren Varianten müssten eingestellt werden. Das überfordere die Branche, wird VW-Chef Herbert Diess zitiert.
Gegen das Auto werde besonders in Deutschland derzeit „ein Kulturkampf geführt“, heißt es weiter im Bericht von VW. Dem müsse der VDA „entschlossener entgegentreten und sich klarer positionieren“.


Der VDA müsse sich zudem dafür einsetzen, dass Industrie und Politik einen „echten Masterplan Elektromobilität“ entwerfen und ein Strukturfonds eingerichtet werde, der Brüche im Technologiewandel in der Branche abfedere. Batterieautos sollten geringer besteuert werden, um die Absatzzahlen zu steigern, besonders günstige E-Autos als „Einstiegsmobilität“ vom Staat gefördert werden.
Im Disput der Giganten untereinander ist auffällig, dass jedes Mal, wenn irgendwo bei uns in Europa gegen das konventionelle Auto gemobbt wird, ein Aufschrei der Empörung durch die Medien geht, bis hinein in die Parlamente, wo die Politik sofort Flagge zeigt. Dann heißt es in der Presse, im Fernsehen, auf Facebook, Twitter und Instagram unisono: „Aufstehen gegen Feinstaub und eintreten für den Klimawandel!“


Und jedes Mal frage ich mich: Wieso dieser schiefe Klang? Angegriffen werden die Menschen nicht, weil sie Auto fahren, sondern weil die Märkte in den letzten Jahren weit über jedes Sättigungsmaß überflutet wurden. Nur das!
Was machen die öffentlichen Medien? Sie relativieren, ein auch in Österreich beliebter Brauch. Immer muss ein Kontext hergestellt werden. Das Automobil ist vorrangig am Klimawandel schuld. Die betroffenen Konzerne lobbyieren mit den Regierenden und machen alleweil ihre Deals – auf dem Rücken der Bevölkerung und der vielen Kleinunternehmen. Der grassierende Online-Direktvertrieb macht tausende Unternehmer obsolet, viele Menschen arbeitslos oder sie werden unterbezahlt. Die Kaufkraft fördernd ist das nicht.


Ex-ÖVP-Politiker Erhard Busek sieht nicht von ungefähr die EU im „Fast-Kriegszustand“, wie ihn der Kurier zitiert: „Wir sind in Wirklichkeit am Beginn des 3. Weltkriegs – nur auf einer anderen Ebene. Das ist nicht nur ein Wirtschaftskrieg, sondern auch ein Kommunikationskrieg. Alles in allem geht es darum: Wer spielt bei der Globalisierung welche Rolle?“ Die Bürger spüren diese Entwicklung, die Politiker weniger. Die Konzernbosse berührt das nicht, denn im „Kriegszustand“ werden sie wieder zu den Gewinnern zählen. Die Geschichte erzählt uns die Beispiele.
Wirtschaftliche Verformungen allein zu benennen und nicht zu bekämpfen, wird uns nicht weiterbringen. Aber so weit sind wir noch nicht. Die Leidensfähigkeit unserer kleinteiligen Wirtschaftstreibenden ist wohl noch belastbar.