Linz: „Keine Prospekte verteilt, dafür bestes Adressenmaterial eingesammelt“, umriss Gerhard Dallinger, Präsident des Linzer Ausstellungsvereins, die Stimmung seiner 22 Aussteller im Design Center. 30.000 Besucher wurden gezählt, wobei bei bestem Frühjahreswetter besonders der Sonntag gut abgeschnitten hat.
Die E-Mobilität fand starkes Interesse beim Publikum. Es wurde wichtige Aufklärungsarbeit bezüglich Lade-Infrastruktur geleistet, am Ende pendelte sich das Käuferinteresse wieder beim konventionellen Antrieb ein. „Die Aversion gegen den Diesel ist deutlich abgeflaut“, freut sich Dallinger für seine Aussteller auf ein ermutigendes Autoverkaufsjahr 2019.
Dem Verlag AUTO & Wirtschaft wurden bis Sonntag mittag sämtliche gelieferten 6.000 Exemplare Familienautos regelrecht aus der Hand gerissen, meldeten die Kolporteure des Veranstalters. Grund genug, nächstes Jahr zum 50. Linzer Autofrühling die Präsenz zu verstärken.
Innsbruck: Die Automesse ist den schwierigen Umständen (v.a. dem Fehlen der Volkswagen-Markengruppe) trotzend auch heuer wieder erfolgreich abgelaufen. 40.000 Besucher an 5 Tagen – ähnlich den Vorjahreszahlen – bescherten den teilnehmenden Autohändlern durchaus günstige Voraussetzungen für ein erfolgversprechendes Autoverkaufsjahr. Mag. Edgar Ellensohn, mit Toyota und Lexus aktuell nicht gerade mit Neuheiten verwöhnt, freute sich über das Publikumsinteresse am Hybrid. Ob Wasserstoff die bessere Alternative zum E-Antrieb sein könnte, wurde bei den Markenvertretern stark diskutiert. Das eingesammelte Adressmaterial verspricht jedenfalls qualitativ hohes Autokaufinteresse.
Graz: Mit annähernd 20.000 zahlenden Messebesuchern war die AutoEmotion laut ihrem Sprecher Mag. Peter Jagersberger wieder „eine Punktlandung“. Die Gespräche mit den Interessenten waren von der Diskussion um die Antriebsarten geprägt, um letztlich wieder beim Verbrennungsmotor zu enden.
Das E-Auto zeugt beim Flotten- und Gewerbekunden von realistischem Kaufinteresse, allerdings sind leistbare Angebote rar und die Österreich-Kontingente längst vergriffen. Lieferzeiten 2020 ließen manches Interesse am Stromer rasch erlahmen, erzählten sich die Autoverkäufer. Das Käuferinteresse am konventionellen Antrieb ist auch heuer gut ausgeprägt. Der flächendeckende Wandel zu alternativen Antrieben braucht noch viel Zeit.
Allerdings sei die Verweildauer am ausgestellten Fahrzeug gefühlt geringer gewesen – ein Indiz, dass sich die Interessenten online bereits bestens vorinformiert zeigten, jedoch das Objekt ihrer Wahl haptisch erleben wollen. Darauf stellt sich der Verkauf ein, um 2019 ein erfolgreiches Geschäftsjahr absolvieren zu können.
Genf: Mit 9 Prozent weniger Besuchern schloss auch der Genfer Automobilsalon am Sonntag seine Pforten: 600.000 wurden gezählt, obwohl mit Opel, Hyundai, Ford, Volvo, Jaguar, Land Rover rund ein Drittel weniger Aussteller ihre fahrbare Ware zeigten.
Die Messeverantwortlichen, die ihre 90. Ausgabe 2020 von 5. bis 15. März in den Kalender geschrieben haben, kennen keine Niederlage, nur Superlative: 10.000 Medienvertreter aus aller Welt seien gekommen, Instagram hätte 5,8 Millionen „Impressionen“ verzeichnet, dazu 154.000 Facebook-Einträge, 345.000 Twitter-Notizen und die Veranstalter-Website 1,5 Millionen Klicks.
Resumé: Während also das Publikumsinteresse ungebrochen ist, sparen die Hersteller, um bei sinkenden Produktionszahlen ihre Renditen zu steigern. Da stechen die Sonntag-ARD-Teletextseiten von Ford (streicht über 5.000 Stellen), BMW (Gewinneinbruch – kappt Dividende), VW (verkauft weniger Autos), Opel (trennt sich von jungen Leuten) und Daimler („Große Zahl“ Robotaxis ab 2021) schmerzlich ins Auge.
Heruntergebrochen auf das grundsätzlich positive regionale Messeerlebnis kämpfen die Aussteller gegen die Tendenz, durch den Importeur bisher geleistete Zuzahlungen weiter zusammengestrichen zu bekommen. Eine verrückte Autowelt ist das geworden. Der Kunde sucht den persönlichen Kontakt zum Vehikel, der Hersteller ergeht sich in der virtuellen Vertriebswelt. Dafür braucht es auch in Zukunft den Autohandel, nur aufwenden wollen die Hersteller dafür immer weniger.
Weiter Informationen über die aktuellen Messen enthält die AUTO-Information Nr. 2462 vom 22. März 2019!
