Viele Fachleute aus Österreichs Automobilwirtschaft besuchten den lückenhaft gewordenen 89. Autosalon und fanden trotz der Abwesenheit prominenter Aussteller dennoch deren kompetente Manager zum Gespräch. Was bleibt: Es ist wieder sehr teuer, doch dem Publikum gefällt die Autoshow.
„Na ja, mein Eindruck von der Messe war grundsätzlich positiv, jedoch fehlte mir jeder Schwung. Beruhigend war, dass auch die Chinesen mit ihren E-Autos de facto nicht weiter sind als Europas oder Japans etablierte Autobauer“, lautete für viele gleichlautend die Standardanalyse. Auf der Messe wurde zwar kreativ präsentiert. Jeder testet die Belastbarkeit des politischen Wollens, Massentaugliches – die konventionelle Antriebstechnik substituierend – war kaum zu sehen. Lieber würden manche Hersteller Strafzahlungen riskieren, als Milliardenrisiken mit unbekanntem Ausgang einzugehen, klang aus mancher Diskussionsrunde – alles natürlich ohne Mikrofon.
Technologischer Fortschritt unter Berücksichtigung realer wirtschaftlicher Aspekte war nicht auszumachen. Das soll nicht die innovativen Exponate schmälern, die ausgestellt sind. Die Publikumsmesse läuft ja noch bis 17. März 2019. Wie es aussieht, liegt das Besucherinteresse auf dem Niveau der letzten Veranstaltungen, zeigt sie doch von klassisch bis modern die volle automobile Bandbreite. Darin sind sich Aussteller wie Fachbesucher sicher: Bei aller notwendigen Veränderung des Messekonzeptes wird es den Genfer Automobilsalon auch in Zukunft geben. Die Revolution in der Automobilität nimmt sich noch Zeit. Einzig „sparwütige“ Exponenten riskieren, die Automesse zu Grabe tragen zu wollen.
Zurückgekehrt in die lokalen Niederungen der realen Automobilität und fernab der Formulierungswünsche von Politik und Erfüllungswillen vieler Tagesmedien stellen jetzt die Autohändler in ihren Regionen zahlreich das konventionelle Fahrzeugangebot aus, angereichert um das eine oder andere E- oder Hybridautomodell. 2019 wird also weiter mit Wasser gekocht. •
