Für neue Antriebe bedeutet dies, dass sie bei bis zu 25 % geringerem Treibstoffverbrauch noch weniger Schadstoffe emittieren sollen. Dazu wird auch gefordert, dass sie noch leiser und zuverlässiger werden. Das alles ist nur mit neuen Konzepten in Entwicklung, Produktion und Wartung zu erreichen, wie wir aus dem Fachmagazin „Flug Revue“ entnehmen. Ja! Unsere Redaktion liest auch andere Fachinformationen.

Eine bedeutende Richtungsangabe ist die IntelligentEngine, wie sie Rolls-Royce bereits im Triebwerksbau verfolgt, einem Kernelement der Digitalisierungsstrategie des Unternehmens, in dem auch BMW einiges mitzureden hat.

Zum intelligenten Triebwerk gehört in Zukunft, dass die Daten aller von RR betreuten Triebwerke miteinander virtuell vernetzt sein werden und so durch Big-Data-Analysen Erkenntnisse über eventuell auftretende systematische Probleme liefern.

Aber nicht nur das. Mithilfe künstlicher Intelligenz sollen künftig kontextintensive Antriebe entstehen, die ohne menschliche Intervention auf Veränderung ihrer Umgebung, anderweitig wirkende Einschränkungen oder sich ändernde Bedürfnisse des Kunden reagieren und so ihren Betrieb auf die jeweilige Situation angepasst immer optimieren.

Die KI ermöglicht künftig auch die Lernfähigkeit eines Motors aus der Analyse von Daten der anderen vernetzten Antriebe. Aktuellstes Beispiel für die schrittweise Realisierung der Vision der IntelligentEngine ist die 2018 vorgestellte neue Pearl-Triebwerkfamilie für Businessjets. Die Antriebe dieser Familie überwachen mehrere Tausend Parameter anstatt der heute üblichen wenigen Dutzend und verfügen u.a. über eine Ferndiagnosefunktion mit bidirektionaler Kommunikation – eine Neuheit. Erstmals ist solch eine Konfiguration der Motorüberwachungsfunktionen aus der Ferne möglich, was deutlich genauere Analysen bei Problemen ermöglicht. Die bidirektionale Kommunikation eröffnet hier künftig eine neue Dimension des Monitorings.

Die Daten können in der Folge über eine App von den Fachleuten abgerufen werden – eine völlig neue Form des Service.

Was die Flugzeugbauer vorleben, wird morgen auch Standard im Automobilbau sein. Die im Rahmen der IntelligentEngine erarbeiteten Lösungen sollen ihren Beitrag leisten, dass der konventionelle Antrieb in letzter Konsequenz unerlässlich bleibt und schon gar nicht vom E-Antrieb substituiert ist, weil gar nicht notwendig. Das kann die gute Seite von KI sein. •