Politiker tönen ununterbrochen, wie wichtig und sicher vollautonomes Fahren sei. An diesem Punkt beginnt eine interessante Betrachtung aus dem erzkonservativen Autohandel. Für Autohändler, Immobilienentwickler, Multifunktionär, Kommerzialrat und Professor Burkhard W. R. Ernst hat dieser Umstand natürlich mehrere Betrachtungen. „Stellen Sie sich vor, Sie fahren in einem vollautonomen Fahrzeug, lümmeln auf einer Bank, sind lenkradbefreit und das Auto fährt durch ein Ortsgebiet mit 50-km/h-Beschränkung. Plötzlich passiert etwas Unvorhergesehenes und ein Mensch springt auf die Straße. Der Unfall ist nicht mehr zu vermeiden.“
 
Nun kommt für den Mazda-/Yamaha-Händler die Ethik ins Spiel. „Für die Programmierung der automatisierten Autos sind Menschen verantwortlich und führen sie diese Programmierung durch. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten: Das Auto fährt den Passanten nieder; das Auto weicht aus und fährt in den Gegenverkehr oder das Auto fährt in den Graben. Irgendjemand oder etwas kommt auf jeden Fall zu Schaden. Diese Handlung ist vom Nutzer des Fahrzeuges nicht beeinflussbar, denn diese Entscheidung haben Programmierer irgendwo auf dieser Erde getroffen.“
 
Demzufolge ist die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen eines solchen Fahrzeuges viel wichtiger als sich mit technischen Problemen zu beschäftigen. Von den Herstellern wurde zwar eine Ethikkommission eingerichtet, der aber nicht ein Geisteswissenschaftler, sondern ein Jurist vorsitzt. Ernst: „Natürlich sind die juristischen Fragen nicht außer Acht zu lassen, aber die Entscheidung über Leben und Tod von Passanten oder jenes der Insassen sind im erwähnten Beispiel sehr klar gemacht und müssen in der einen oder anderen Form auch programmiert werden.“ Über diese Themen sollten seiner Meinung unsere Politiker ernsthaft nachdenken.