Im Brief (Details finden Sie in unserer AUTO-Information Nr. 2454 vom 25. Jänner 2019) wird Peugeot-Direktorin MMag. Silvia Rieger aufgefordert, mit dem vom Importeur de facto ausgeschlossenen Händlerverbandsobmann Bernhard Kalcher wieder operativ zusammenzuarbeiten.

Geht es noch? Für einen unbescholtenen bislang erfolgreichen Markenpartner, aktiven Mitgestalter in Händlerverbandsagenden, die operative Zusammenarbeit quasi zu erbetteln, nur weil er kollektiv vertraglich zustehendes Recht einfordert? Dazu wurde der Steirer in demokratischer Wahl von der Generalversammlung legitimiert.

Selbst bei der nunmehrigen Peugeot-Konzernmarke Opel hat der Händlerverband Mitspracherecht, was z.B. die Änderung von Standards und damit verbundenen Kostensteigerungen betrifft.

Was machen die „Löwendompteure“, wenn die Händler einen hauptamtlichen Mandatsträger einsetzen? Noch tun sich Händlerverbände damit schwer, sich auf europäischer Ebene zu schlagkräftigen Verhandlungsgruppen zu verbünden. Zur Festigung landesspezifischer Vertragsdetails wird man daran nicht umhinkönnen. Für Macher eröffnen sich Chancen, allerdings müssen Markenhändler dafür die finanziellen Rahmenbedingungen schaffen. Bislang sind die meisten zu gierig, für Verbandslobbying Geld zu geben.

Und exakt diese wunde Stelle pflegen die Hersteller/Importeure. Für eine punktuelle Zusammenarbeit mit verschiedenen Marken im Konzern ist die Zeit auch noch nicht reif, wie ein Blick in die Praxis zeigt.

Zurück zur Realität. Vermutlich wird Madame Rieger getreu den Konzernvorgaben den Brief ignorieren. Ob in der Folge wie kolportiert der Arbeitskreis der Automobilimporteure Händlerverbandsinteressen thematisiert, wäre eine neue interessante Perspektive.

Vielmehr rechnen Insider damit, dass PAG/PSA Kalchers Funktionsperiode bis 2021 passiv abwartet und sich inzwischen aus dem verbandspräsidialen Angebot einen ihm genehmen Gesprächspartner aussucht. •