Recherchen der Stuttgarter Nachrichten zufolge haben bereits einige Konzertgänger und Theaterbesucher ihre Abos gekündigt.

Zudem wollten einzelne Kunden ­wegen des Fahrverbots ihre Konzertkarten zurückgeben, die sie zu Weihnachten geschenkt bekommen haben.

Laut Konzertveranstalter handelt es sich meist um ältere Menschen aus dem Umland, die in Stuttgart klassische Konzerte besuchen wollen. Diesen sei schwerlich zuzumuten, spätabends noch mit Bus oder Bahn zu fahren oder Park-and-Ride-Parkhäuser am Stadtrand anzusteuern. Da Anfang 2020 eine Ausweitung des Fahrverbots auf Euro-5-Diesel droht, befürchten Konzertveranstalter eine Verschlimmerung der Lage, zumal 40 % der Konzertgänger aus dem Stuttgarter Umland stammten.

In einem Schreiben an Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) wird um eine Ausnahmeregelung gebeten: Kulturinteressierte mit gültigem Ticket sollten demnach von und zur Spielstätte fahren dürfen. Die Belastung für die Luft würde sich seiner Ansicht nach in Grenzen halten, da die Fahrten abends nach dem Berufsverkehr stattfänden. Allerdings, so die Grüne-Fraktion, seien die Voraussetzungen zur Begründung einer Ausnahmegenehmigung politisch „schwierig darzustellen“.